Christof Albrecht, der Eigentümer, will weg vom Klischee-Campingplatz: Abseits des Mainstreams kein übertriebenes Regelwerk, keine Gartenzwerge und erst recht keine Ballermann-Kultur. Foto: Thomas Reimann

In typisch schleswig-holsteinischer Ostseeküsten-Idylle liegt an der Nordseite der Eckernförder Bucht ein etwas anderer Campingplatz: Camp Langholz. Die kleine Anlage befindet sich direkt am wildromantischen Naturstrand von Langholz, einem beschaulichen, ehemaligen Fischerdörfchen, das zur Gemeinde Waabs gehört.

Der Platz wird von der Familie Albrecht schon in der dritten Generation betrieben. Heute ist Christof Albrecht Chef und hat seine ganz eigene Camping-Philosophie: Er setzt auf Glamping.

Der Campingplatz am Langholzer Strand ist nicht der klassische Campingplatz, wie man ihn an der deutschen Ostsee erwartet. Christof Albrecht, der 2005 den Familienbetrieb übernahm, versucht hier, einen etwas anderen Campingplatz zu führen: „Jenseits aller Negativ-Klischees, ohne Schrebergarten- Charakter, ohne übertriebenes Regelwerk, ohne Gartenzwerge, Friedhofhecken, Trainingsanzug- und Goldkettchenträger, ohne Ballermann-Kultur und schlechte deutsche Schlagermucke. Fern von Prolligkeit und Spießertum. Abseits des Mainstreams. Und ohne Fremdschämen.“

Albrecht will mit der konventionellen deutschen Campingkultur brechen und – so sein Credo – ein Angebot für all diejenigen schaffen, die sich ein „freiheitliches, nachhaltiges und ästhetisches Campingerlebnis“ wünschen.

„Wir sind nur ein kleiner Platz mit knapp 150 Einheiten“, ist sich Christof Albrecht bewusst. „Aber gerade das ungezwungene Leben in der Natur ist unseren Glamping-Gästen wichtig“, sagt er.

Die Schäferwagen sind während der ganzen Saison ausgelastet. Foto: Thomas Reimann

Im sogenannten Lodging- Bereich stehen die Glamping-Objekte. Vorbei an Wohnwagen und Wohnmobilen führt ein schmaler Feldweg zur sonnenbeschienenen Holzterrasse eines Safarizeltes. Gleich daneben inspiziert Albrecht seinen neuen in Blau und Gelb gestrichenen Zirkuswagen mit dem Namen Östermalm, dessen Stromanschluss überprüft werden muss. Er setzt bei der Bewirtschaftung seiner Anlage auf Nachhaltigkeit und lässt deshalb nur Strom aus 100 Prozent regenerierbaren Energieträgern in seine Leitungen.

Ein Blick in das Safarizelt: Die Einrichtung besteht aus unbehandeltem Holz, macht aber einen keineswegs unästhetischen Eindruck. Das passt zum Platz und zu der eher wilden und naturbelassenen Umgebung.

Alles, was das Herz begehrt, ist aber vorhanden: Herd, Kühlschrank, Lounge-Möbel, anständige Betten mit noch anständigeren Matratzen und – ganz wichtig auch fürs glamouröse Natur-Camping – ein Badezimmer mit Dusche, Waschtisch und WC. Perfekt, so wie der Blick von der Terrasse hinaus auf den Strand und die heute seichten Wellen der Ostsee. „Das machen unsere Gäste am liebsten“, berichtet Albrecht. „Sie schauen aufs Meer, den Strand, der Sonne und den Wolken zu und genießen die Natur und den Tag.“

Auch die Zirkuswagen passen ins Natur-Glamping-Bild. So ein wenig Landfahrerromantik vergangener Tage kommt beim Betreten der Holzterrasse und dem Öffnen der zweigeteilten Wagentür auf. Auf knapp acht Quadratmeter Fläche hat hier der deutsche Lieferant der Zirkuswagenreihe, die Naturwagen.de, eine sehr geschmackvolle und dennoch zweckmäßige Innenaufteilung geschaffen. Albrecht: „Das ist eher Basic-Glamping, genau wie in unseren kleinen Schäferwagen und Pods, die lediglich mit geringem Komfort wie Bett und Kaffeekocher ausgestattet, dem einfachen Camperleben schon sehr nahekommen.“

Wer hier Animation und Entertainment sucht, ist sicherlich nicht an der richtigen Adresse. Für Menschen, die in ihrem Urlaub wieder zurück zur Natur wollen, ohne auf zivilisatorische Annehmlichkeiten wie Bett, Kühlschrank und Dusche verzichten zu wollen, für die ist das Natur-Angebot von Camp Langholz genau das Richtige.

„Viele sagen, unser Camp liege am Ende der Welt, so abgeschieden“, so Christof Albrecht, „aber unsere Gäste suchen genau dies ursprüngliche, freie Campingleben und genießen das einmalige Naturerlebnis. Wer kann schon sagen, dass er nachts vom Klang der Wellen, die leise an den Strand plätschern, in den Schlaf gewiegt wird?“

Die Eckernförder Bucht bietet ein vielfältiges Angebot an Stränden, Badeseen und Wassersport-Möglichkeiten. Foto: Thomas Reimann

Camp Langholz
Adresse: Camp Langholz, Fischerstraße 9, 24369 Waabs
Standplätze: 34 Touristenplätze, Zirkus- und Schäferwagen, Safarizelte, Trekkinghütte
Sanitärausstattung: gehobener Standard, rustikal, Einzelwaschkabinen, Waschmaschine, Trockner
Gastronomie: Brötchenservice, Restaurant/Imbiss „Strandpiraten“, gehobene Küche 800 m entfernt
Freizeitangebot: Boots- und Hängemattenverleih, Surfen, Segeln, Reiten (300 m), Wandern, Radfahren, Swing-Golf (2 km), Bernsteinmuseum (5 km), Eckernförde (12 km)
Haustiere: Hunde (keine maulkorbpflichtigen) erlaubt
Öffnungszeiten: 1.4. bis 9.10.
Preise pro Nacht: Personen ab 14 3,50 Euro, Kinder (3 bis 13 Jahre) 2 Euro, Stellplatz 10 Euro, Logen-Stellplatz 13 Euro, Pkw 2,50 Euro, Hund 2,50 Euro, Bootsliegeplatz 3 Euro, Strompauschale 2,50 Euro
Vergleichspreis: ab 22 Euro.
Anfahrt: B 203 Eckernförde-Kappeln, abbiegen über Loose undLudwigsburg Richtung Waabs

Text und Fotos: Thomas Reimann

2017-03-15T12:00:43+00:00 Camping X, Camping-Check|Kommentare deaktiviert für Es geht auch anders