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6 mobile Powerstations fürs Camping

Mehr als ein One-Night-Stand?

USB-Powerbanks sind praktisch, kommen aber bei starkem Stromumsatz schnell an ihre Grenzen. Deutlich mehr Power und Kapazität bieten mobile Powerstations fürs Camping mit klassischer 230-Volt-Steckdose. Der Praxistest zeigt, worin sich die Geräte unterscheiden.

Die Redaktion hat die Probe aufs Exempel gemacht und sechs verschiedene Powerstations für Camping mit dem Caravan in Verbindung gebracht. Dazu soll, ganz einfach, aber praxisnah, der Strom über die CEE-Steckdose in den Caravan befördert werden. Für die Powerbanks ohne eingebauten Inverter wurde ein preiswertes 200-Watt-Modell dazwischengeschaltet.

GreenCell Power Boost

Die Powerboost von Greencell ist eine klassische Powerbank mit 16.000 mAh. Sie kostet rund 170 Euro, hat zwei 18 W USBA- Anschlüsse und einen 60 W USB-C-PowerDelivery- Anschluss – genug, um ein Laptop oder mehrere andere mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets aufzuladen.

Laut Hersteller kann die Powerboost aber nicht nur Handys laden, sondern auch als Starthilfe dienen und als Batterieladegerät verwendet werden. Mit einem Inverter müsste also die Energie über CEE in den Caravan gelangen. Wir verwenden die Zangen zum Batterieladen für den Anschluss an den Inverter. Dreisekündiges Drücken der An-Taste soll den Lademodus am Gerät einschalten, was aber nach kurzer Zeit zu einem Notsignal führt. Der Inverter wird nicht mit 12 Volt versorgt. Schuld ist hier wohl der fehlende Puffer einer Batterie und eine Programmierung, die geringen Stromfluss unter 4,5 Volt verhindert.

Mophie Powerstation go rugged

Unser zweiter Probant ist die Mophie Powerstation go rugged. Auch sie bietet 12-Volt-Zangen für den Autostart. Allerdings hat sie keine Ladefunktion. Der Druck auf den Einschaltknopf sorgt für das Blinken einer grünen Leuchte und das Symbol Error. Also auch hier nix zu machen ohne Batterie. Zumindest können wir die Reifen auf den richtigen Fülldruck bringen, Licht spenden und über zwei USB-Anschlüsse alle Kleingeräte laden.

Jackery Explorer 240

Waren die beiden Testprobanten noch im Segment unter 200 Euro zu finden, muss für eine Powerbank mit eingebautem Inverter deutlich mehr investiert werden. Unser Testfeld startet mit der Jackery 240, die klein und handlich einen Inverter, also eine 230-Volt-Steckdose, integriert hat und 299 Euro kostet.

Mit dem CEE-Adapterkabel verbinden wir den Testcaravan, einen Hobby Excellent, auf gewohnte Weise. Am Hobby kann die Jackery 240 alle Leuchten, die Wasserpumpe, den Kühlschrank und den TV betreiben, aber nicht gleichzeitig. Hierfür wären über 300 Watt nötig. Wird nur Licht benötigt, sind maximal 110 Watt notwendig, der Kühlschrank läuft im Schnitt mit 80 Watt. Kommt der TV hinzu, sind nochmals 30 bis 50 Watt fällig. Es zeigt sich, dass die kleine Jackery hier an einem Abend schon an ihre Grenzen kommt.

Jackery Explorer 500

Die nächstgrößere Version ist die Jackery 500, die knapp 600 Euro kostet und auch am Hobby zum Einsatz kommt. Mit ihr können alle 12-Volt-Verbraucher im Hobby gleichzeitig betrieben werden. Nach acht Stunden hatten wir den Akku mit 518 Wattstunden leergeorgelt.

Die Jackery Powerstation kann dann wie das kleine Geschwister über das mitgelieferte Netzteil, über 12-Volt-Kfz-Kabel oder Solarpanel geladen werden. Am Stromnetz dauert es knapp sieben Stunden, über den Kfz-Adapter während der Fahrt nur unwesentlich länger. Das als Zubehör lieferbare faltbare Solarmodul sorgt für eine netzunabhängige Aufladung. Je nach Stärke des Sonnenscheins kann die Box in 14 Stunden komplett aufgeladen werden. Der eingebaute Li-Ion-Akku wird mit 500 Zyklen angegeben.

EcoFlow RIVER 600 Pro

Ein Solarpanel gibt es für die mobile Powerstation EcoFlow River pro auch. Sie ist die aktuellste Powerstations fürs Camping im Test. Mit 600 Watt Dauerleistung und 1.200 Watt Spitzenleistung kann sie einen Caravan perfekt über längere Zeit versorgen, sogar so manches Elektrowerkzeug betreiben. Der Hobby kann damit fast autark betrieben werden, wenn das Solarpanel angeschlossen und gut von der Sonne bestrahlt wird.

Über Solar lässt sie sich mit bis zu 200 Watt aufladen. Mit zwei parallel geschalteten Solarmodulen beträgt die Ladezeit bei voller Sonneneinstrahlung drei Stunden. In unserem Fall hat es im Winter mit nur einem Panel dreimal so lange gedauert. Eine sehr schnelle Ladezeit garantiert aber das integrierte 500-Watt-Netzteil. Es lädt die EcoFlow mit bis zu 500 Watt. So ist sie innerhalb einer Stunde auf 80 % geladen, wenn sie komplett leer war. Bis zur Vollladung dauert es 1,6 Stunden.

Revolt Notstrom Powerbank

Ein alter Bekannter im Testfeld ist die Solar-Powerstation von Revolt, die über den Versandhändler Pearl vertrieben wird. Das Modell HSG-1000 ist seit über einem Jahr in der Redaktion und hat schon gute Dienste verrichtet. Neu gibt es die Revolt gar nicht mehr, aber als geprüfter Versandrückläufer zu einem Top-Preis mit 24 Monaten Gewährleistung wird sie derzeit für 700 Euro statt für 1.300 Euro angeboten. Inklusive Solarpanel kostet das Set dann 940 Euro. Sie versorgt Elektrogeräte bis 1.000 Watt mit Strom, hat acht Anschlussmöglichkeiten für 12- und 230-Volt- sowie USB-Geräte und kann ebenfalls per Sonnenenergie, per 12 Volt im Auto und über das Netzteil geladen werden.

Redaktion
Raymond Eckl
Raymond Eckl ist schon seit 1994 bei Camping, Cars & Caravans und wurde bereits ein Jahr später zum Chefredakteur.
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