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Ferienparadies Schwarzwälder Hof in Seelbach

Klotzen statt kleckern

Das Ferienparadies Schwarzwälder Hof besitzt eines der größten Wellnesszentren unter Deutschlands Campingplätzen. CCC hat den Platz im Winter besucht.

Die Truma S bollert auf Hochtouren. Es ist bereits die zweite 11-kg-Gasflasche in vier Tagen. Kälte klirrt. Winter. Das Ferienparadies Schwarzwälder Hof in Seelbach wirkt märchenhaft eingezuckert. Sichtlich entspannt stapfen hier und da Urlauber im Bademantel durch den Schnee, freuen sich auf den vorgeheizten Caravan. Sie kommen aus dem 1.800 Quadratmeter großen Wellnessbereich – eine unterirdische Höhlenlandschaft mit fünf Saunen, Dampfbad und Ruheräumen, Massageabteilungen, beheiztem Schwimmbad und einem außen liegenden Bioteich. Ab zwei Übernachtungen ist der Eintritt in den Wellnessbereich nämlich bereits im Komplettpreis enthalten.

Robert Schwörer, der Eigentümer des Ferienparadieses Schwarzwälder Hof, geht davon aus, dass dieser Spa-Bereich auf Campingplätzen einmalig ist, zumindest in Deutschland. Mehrfach wurde er schon ausgezeichnet – eine Bestätigung für seine Bemühungen, immer etwas Besonderes zu bieten, eine Nasenlänge voraus zu sein. Schwörer sieht darin aber auch eine Verpflichtung gegenüber den Gästen, immer frühzeitig zu erkennen, wohin der Trend geht. Letztes Jahr wurde der überdachte Reitplatz in Betrieb genommen, in dieser Saison die nach vorn offene Kletterscheune. „Es ist weitaus schwieriger, das Niveau zu halten, als nach oben zu kommen”, weiß der gelernte Landwirt.

Im März 1996 öffnete das Ferienparadies Schwarzwälder Hof seine Pforten, 100 Stand- plätze standen den Gästen zur Verfügung, weitere 120 Parzellen kamen hinzu. 1997 hob Schwörer den Keller für ein zweites Sanitärgebäude aus und – setzte sein erstes Holzhaus drauf. „Aus der Not geboren“, wie er sagt.

Da erst reifte die Idee, weitere Gebäude in dieser Art zu bauen. Heute, 20 Jahre später, zieht sich die Rundholzoptik wie ein roter Faden durch den Platz: Blockhütten in verschiedenen Größen, Baumhäuser sowie Süddeutschlands größtes Naturstammhaus – 200 bis zu einen halben Meter dicke Fichten rahmen eine Grundfläche von 1.000 Quadratmetern ein. Darin beherbergt sind Restaurant, Rezeption, Hotelzimmer, Sanitäranlagen und ein Teil des Spa-Bereichs.

Für das Haupthaus wählte Robert Schwörer 200 Weißtannen im heimischen Forst aus, legte sie flach und entrindete die Stämme mit Wasserhochdruck. Seine Beobachtung: „Um das Ganze ohne Holzschutz für Generationen zu bauen, sollten die Bäume bei Neumond und Frost geschlagen werden.” Sie seien im sechs Jahre dauernden Trocknungsprozess wesentlich ruhiger und bildeten weniger Risse. Weiterhin ist für den konstruktiven Holzschutz ein großes Vordach unabdingbar.

Der Werkstoff liegt ihm. So ist es auch zu erklären, dass der heute 60-Jährige mehrfach als Schwarzwälder Meister im Holzfällen auf dem Siegertreppchen stand.

Familie Schwörer hat bewusst darauf verzichtet, den Wellnessbereich in einem funktionalen Betonbunker mit großen Glasflächen unterzubringen. Auch im Schwimm- und Schwitzbereich wird der Baustil des Schwarzwalds konsequent weitergeführt. Ende 2015 wurde die Saunalandschaft abermals erweitert. Die Regeln sind klar formuliert: Kinder unter 13 Jahren dürfen von 10 bis 17 Uhr und nur in Begleitung Erwachsener ins Hallenbad. Mittwochs und samstags jedoch ist der Wellnessbereich auch für sie geöffnet.

Klotzen, nicht kleckern lautet die Devise. Auch, um für die Zukunft gerüstet zu sein: „Wir sind ein klassischer Familienbetrieb.“ Besonders stolz ist der „Patron“, dass seine vier Kinder alle mit leitenden Aufgaben in das Unternehmen eingebunden sind. Seine Frau Elisabeth ist die gute Seele und immer für ihre Gäste da. Sohn Bernd, 39, ist gelernter Landwirtschaftsgärtner und Tourismusfachwirt und verantwortlich für das äußere „Flair“. Als Restaurantfachfrau ist Tochter Tina Edte, 37, für Speis‘ und Trank zuständig. Steffi Killmayer, 35, hat als Hotelmeisterin die Wohlfühl-Kompetenz, Christine Schwörer, 28, aus- gebildete Masseurin und Physiotherapeutin, leitet das Saunaparadies mit Massage- und Kosmetikabteilung und last but not least betreut Josef Schwörer, 59, der Bruder des Chefs, den technischen Bereich.

Als der ADAC bis vor drei Jahren noch Sterne vergab, ergatterte der Platz 24 von möglichen 25. Damit gehörte er neben dem Südsee-Camp in Wietzendorf und Camping Münstertal, ebenfalls im Schwarzwald gelegen, zu den drei komfortabelsten Campingplätzen der Republik.

Das Ferienparadies Schwarzwälder Hof ist auch wirtschaftlich betrachtet ein erstaunliches Phänomen: Mehr als 100.000 Übernachtungen pro Jahr zählt die Buchhaltung. Und Ökonomie und Ökologie hat man hier gleichermaßen im Blick – betreibt beispielsweise ein eigenes Blockheizkraftwerk und Photovoltaikanlagen. „Unser Campingplatz arbeitet klimaneutral“, freut sich Schwörer.

Info Ferienparadies Schwarzwälder Hof

  • Adresse: Ferienparadies Schwarzwälder Hof, Tretenhofstr. 76,
77960 Seelbach, Tel.: 07823/960950, www.spacamping.de
  • Gesamtfläche: 4,8 ha
  • Standplätze: 210 Touristenplätze, 20 Dauerplätze, 9 Vermietungen
  • Sanitärausstattung: außergewöhnliche Mietbadezimmer, Einzelwaschkabinen, Duschen, Waschmaschinen, Trockner, Chemietoilette
  • Versorgung/Service: 200 Standplätze mit 10 A abgesichert, WLAN, Restaurant mit Außenterrasse, Minimarkt
  • Freizeitangebot: Sauna- und Wellnesslandschaft (u. a. verschiedene Saunen, Whirlpools, Erlebnisduschen, Kneippgrotte, Physiotherapie und Massagen sowie großer Außenbereich mit Naturschwimmteich), geführte Wanderungen, E-Bike-Verleih, Elektro-Mietautos, Reitschule im 1,5 km entfernten Reitstall, Pferdepension und geführte Ausritte, Abenteuerspielplatz (Tarzanbahn, Vogelnestschaukel) und überdachte Kletterscheune, angrenzendes Freibad (kostenlos), Internetecke
  • Haustiere: Hunde erlaubt
  • Öffnungszeiten: 1.1. bis 31.12. Preise pro Nacht: Erwachsene 11,30 Euro, Kinder (-2/-12) inklusive/8,40 Euro, Stellplatz 9,70 bis 13,70 Euro, Strom 0,70 Euro/kWh, Hund 3,50 Euro, Kurtaxe 1,50 Euro (Kinder inklusive), Inklusive: Warmduschen, Hallen- und Freibad
  • Anfahrt: Am südwestlichen Ortsrand, beschildert

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