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3 Camps im Elsass

Ein Meer aus Reben

Weinberge und herausgeputzte Orte prägen das mittlere Elsass zwischen Vogesen und Rheinebene. Mittendrin lädt eine Reihe von Campingplätzen zum Verweilen ein.

Fachwerkhäuser, Flammkuchen, Edelzwicker – hartnäckig halten sich die Klischees über das Elsass. Nicht zu Unrecht, dominieren die mittlere Region zwischen Straßburg und Colmar doch mittelalterliche Städtchen und Weinberge an den Ausläufern der Vogesen.

Obendrein ist Tradition – trotz moderner Bauten des Straßburger Europaviertels oder zeitgemäßer Spitzenküche – Trumpf im Elsass: Historiker stehen Handwerkern bei der intensiven Sanierung von jahrhundertealten Stadtkernen zur Seite. Die Elsässer im deutsch-französischen Grenzgebiet hatten es nicht leicht, ihre Identität zu finden – wurden sie doch im Laufe der Geschichte mal zur deutschen, mal zur französischen Seite gezerrt. Die Leidtragenden der letzten deutschen Besatzungszeit empfinden es daher als angemessen, wenn deutsche Gäste das Gespräch auf Französisch eröffnen – und seien es wenige Worte.

Dazu gibt es häufig Gelegenheit: Die Elsässer haben ein ansehnliches Netz an Campingplätzen eingerichtet. Sie öffnen allerdings meist erst nach Ostern und schließen bereits Ende September oder spätestens im Oktober.

Bildergalerie

Straßburg

Der Fluss Ill, der die Europametropole Straßburg durchfließt, soll eine wichtige Rolle bei der Namensgebung „Elsass“ gespielt haben: Das Siedlungszentrum an den Ufern der Ill, bezeichnet mit „die an der Ill saßen“, wurde in 1.500 Jahren sprachlicher Umformung zu „Elsazen“, „Alsaciens“ und Elsässern.

Straßburgs gut erhaltene Altstadt „Grand Île“ (große Insel) – umflossen vom Fluss Ill – wurde 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Vier- bis fünfgeschossige Fachwerkhäuser prägen das Ensemble, in den Gassen drängen sich Boutiquen, Cafés sowie Wein- und Flammeküche-Stubn. Sie servieren Huhn in Riesling oder Schweinebauch auf Sauerkraut.

Das romanisch/gotische Münster, erbaut von 1176 bis 1439, überragt die Stadt – mit nur einem Turm. Für den zweiten ist das Geld ausgegangen. Besonders prächtig: die große Rosette über dem Westportal, die „Törichten Jungfrauen“, die Engelpfeiler und die astronomische Uhr – im Jahr 1574 fertiggestellt. Als ideale Basis bietet sich der kürzlich erst renovierte Camping Indigo Strasbourg an. Die Indigo-Kette besteht aus neun Plätzen, die sich das ökologische Bauen auf die Fahnen geschrieben haben.

Camping-Info: Camping Indigo Strasbourg, 9 Rue de L’Auberge de Jeunesse, F-67000 Strasbourg, Tel.: 0033-388301996, Gebühr: 40,40 Euro, 86 Plätze.

Ribeauvillé

Zwischen Rebstöcken und Gebirge liegt Ribeauvillé, die Stadt der Gaukler und Musiker. Im Mittelalter waren die Grafen von Ribeaupierre Schutzherren des fahrenden Volkes. Um auf Nummer sicher zu gehen, ließen sie gleich drei Wehrburgen bauen: Girsberg, Ulrichsburg und Haut-Ribeaupierre.

Das romantische Städtchen Ribeauvillé (dt. Rappoltsweiler) an der Elsässer Weinstraße (frz.: Route des Vins d’Alsace) prägen Gassen mit Fachwerkhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Die Rappoltsteiner mussten irgendwann ihre Vorherrschaft aufgeben, während die Minnesänger blieben. Noch heute feiern die Einheimischen jedes Jahr den sogenannten Pfeifertag (frz. Pfifferdaj). Am ersten September-Sonntag verwandelt sich die Stadt in einen Schauplatz für Musiker, Minnesänger, Burgfräuleins und das ganze restliche Hofgesinde. Am Ortsrand, unmittelbar neben einem Sportzentrum, liegt Camping Pierre de Coubertin mit Blick auf eine Burgruine sowie auf die umliegenden Höhenzüge und Weinberge.

Camping-Info: Camping Pierre de Coubertin, 23, rue de Landau, F-68150 Ribeauvillé, Tel.: 0033-389736671, Gebühr: 22,70 Euro, 208 Plätze.

Barr

Wer der Weinstraße weiter folgt, gelangt in das Städtchen Barr. Das Weinbauzentrum dient als prima Ausgangspunkt für Wanderungen. Der Weinlehrpfad, Kellereibesichtigungen und das Weinlesefest am ersten Oktober-Wochenende sind touristische Anziehungspunkte.

Zum Übernachten bietet sich Camping du Mont St. Odile an, drei Kilometer außerhalb in einem Waldgebiet. Auf terrassiertem Wiesengelände finden selbst große Gespanne Platz. Restaurant und Laden: Fehlanzeige, aber Eis und Getränke gibt es an der Rezeption. Das Sanitärgebäude wurde vor kurzem erst renoviert. Hier, am Fuße des Odilienberges, sieht man öfters Eichhörnchen mitten auf dem Platz hüpfen oder auch schon mal einen Hirsch auf einer Waldlichtung in der Nähe. Und morgens stimmen die Vögel regelmäßig zum großen Konzert an.

Camping-Info: Camping du Mont St. Odile, 137, Rue de la Vallée Saint-Ulrich, F-67140 Barr, Tel.: 0033-3885834 41, Gebühr: 23 Euro, 65 Plätze.

Infobox

Weitere Campingplatz-Tipps am Comer See finden Sie im Artikel „8 camps im Elsass“ in der März-Ausgabe von Camping, Cars & Caravans. Den Artikel oder das komplette E-Paper können Sie kostenpflichtig downloaden.

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