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Prignitz in Brandenburg

Schatz im Verborgenen

Im nordwestlichsten Zipfel des Landes Brandenburg schlummern Zeitschätze, die sich am besten mit dem Fahrrad aufspüren lassen. Campingfreundlich ist die Region obendrein.

Deutschland steht bei Campern hoch im Kurs – und das nicht nur an solch touristischen Hotspots wie der Ostseeküste, dem Bodensee oder der Mosel. Reizvoll und gern entdecken sie auch jene bei manchem Urlauber nicht so bekannten Regionen, die Camper willkommen heißen und obendrein mit ihren kulturellen Sehenswürdigkeiten überraschen. Zu dieser Kategorie gehört die Prignitz. Tatsächlich erfüllt dieser Landstrich im Nordwesten des Landes Brandenburg zwischen Hamburg und Berlin beide Kategorien:

  1. Mit insgesamt neun Campingplätzen ist das Netz an Übernachtungsflächen sehr dicht gewoben.

  2. Die kulturellen Schätze sind uralt, waren Jahrtausende unter der Erde verborgen und präsentieren sich nun in ungeahntem Glanz.

Hinzu kommt, dass sich die Prignitz mit ihren sanften Hügeln besonders Freizeitradlern andient. Wer gern eine Region im Sattel erkundet, ist mitten zwischen Hamburg und Berlin – beide Großstädte sind rund 150 Kilometer entfernt – bestens aufgehoben.

Also dann: Rad runter vom Fahrradträger und los geht’s. Ob oben auf dem Deich mit Panorama auf die Elbe oder über die weite, flache Ebene und durch lauschigen Wald – in der Prignitz leiten den Radler mehr als 1.100 Streckenkilometer und 130 nummerierte Knotenpunkte einfach und sicher ans Ziel. Ganz unkompliziert lässt sich dank dieser Infrastruktur eine spannende Tour zusammenstellen.

Tipp: Das Faltblatt „Radlerparadies Prignitz“ gibt es gratis in der Tourist-Information. Es informiert über knapp 20 Radtouren, und für die meisten davon gibt es sogar eine Extra-Beschreibung im Internet zum Herunterladen.

Bildergalerie

Die Prignitz in sieben Tagen

Auch mobile Gäste mit Caravan, die nicht so gerne Fahrrad fahren, sind in der Prignitz willkommen. Für sie hat der Tourismusverband Prignitz eine siebentägige Rundreise zu den wichtigsten Stationen der Region ausgearbeitet. Der längste Streckenabschnitt misst gerade einmal 69 Kilometer. Schon unterwegs gibt es für Urlauber viel zu entdecken und an den Zielorten beziehungsweise in deren Nähe befinden sich Campingplätze.

Tag 1: Anreise nach Havelberg. Die Hansestadt trägt den Beinamen „Wiege der Prignitz“: Rundgang durch die Inselstadt mit Besuch des Doms und seiner Klosteranlage, der Altstadt mit verträumten Cafés sowie der Kirche St. Laurentius.

Tag 2: Havelberg – Kyritz, 45 Kilometer: Fahrt nach Kyritz mit Halt am Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse), Besuch der historischen Gruft an der Wehrkirche von Kampehl. Nachmittags Rundgang durch Kyritz an der Knatter mit historischem Stadtkern und Klosterviertel.

Tag 3: Kyritz – Meyenburg, 69 Kilometer: Fahrt nach Meyenburg mit Halt in Wittstock/ Dosse, dort Besuch der Darstellung der Schlacht des 30-jährigen Krieges auf dem Scharfenberg. Weiterfahrt mit Stopp im mittelalterlichen Freyenstein, Besuch des Archäologischen Parks und/oder von zwei Renaissance-Schlössern. In Meyenburg folgt die Besichtigung des Schlosses mit Modemuseum. Hier ist eine große Modesammlung von der Jahrhundertwende bis zu den 1970er-Jahren zu sehen.

Tag 4: Meyenburg – Pritzwalk – Bad Wilsnack, 55 Kilometer: Fahrt nach Pritzwalk mit Besuch der Museumsfabrik (kinderfreundlich) und des Museumscafés. Weiterfahrt nach Bad Wilsnack, dort Besuch der Kristall-Therme oder der Plattenburg, Norddeutschlands einzige erhaltene Wasserburg. Alternativ: Besichtigung der Wunderblutkirche.

Tag 5: Bad Wilsnack – Wittenberge, 30 Kilometer: Auf der Fahrt nach Wittenberge, der größten Stadt im Landkreis Prignitz, Halt im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg mit seinen seltenen Tier- und Pflanzenarten. Zwischenstopp im Europäischen Storchendorf Rühstädt, wo jedes Jahr zahlreiche Storchenpaare brüten. Nachmittags Spaziergang durch Wittenberge entlang der Elbpromenade mit Blick auf die Industriekultur der Stadt und die Elbtalaue.

Tag 6: Wittenberge – Lenzen – Perleberg, 55 Kilometer: Weiterfahrt nach Perleberg mit Halt in Lenzen, dort Besichtigung der mittelalterlich-barocken Burganlage, die auf einer Anhöhe am Rande der Stadt liegt, außerdem Besuch des Natur-Poesie-Gartens oder des Erlebnisgeländes Auen-Reich. In Perleberg Besichtigung der historischen Altstadt der Rolandstadt mit ihren Fachwerkhäusern sowie der mächtigen St. Jacobikirche.

Tag 7: Heimreise

Infobox

Den kompletten Reisebericht Prignitz lesen Sie in Camping, Cars & Caravans 4/2021.

Im Beitrag In den Frühling radeln finden Sie weitere reizvolle Regionen für Radtouren samt passenden Campingplätzen.

Redaktion
Claus-Georg Petri
Claus-Georg ist seit 1995 bei Camping, Cars & Caravans und ist Experte für Reisen und Hintergründe und alles Mögliche.
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