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Adria Adora 573 PT Comfort

Der Blick nach vorn

Die Slowenen setzen bei ihrer Mittelklasse auf schöne Aussichten. Der Adria Adora erweist sich im Profitest als perfektes Familienfahrzeug mit viel Platz und einem guten Raumgefühl.

Bei Adria war für die Saison 2015 die Mittelklassebaureihe Adora bei der Neugestaltung dran. Für die kommende Saison prägt nun das Holzdekor Malaga, kombiniert mit hellen Elementen, die Möbel-Optik des Adora. Eine optimierte Beleuchtung unterstreicht den eleganten Auftritt. Auch außen wirkt der Adora modellgepflegt – und dies nicht nur wegen des Panoramafensters im Bug.

Dem Profitest stellt sich der hierzulande sehr gut verkaufte Familiengrundriss mit französischem Bett vorn quer und den Stockbetten längs neben dem großen Bad im Heck. Die Mittelsitzgruppe und die Küche haben weiter ihren Platz über der Achse. Die aktuelle Version heißt Adora 573 PT, was daher rührt, dass der 563 PT um zehn Zentimeter verlängert wurde. So soll genügend Platz für ein Bugbett ohne angeschnittenes Fußteil entstehen.

Adoras sind serienmäßig aber recht komplett ausgestattet. Für den 573 PT stehen 21.999 Euro in der Preisliste, dazu kommt das Comfort-Paket mit Abwassertank, Abtropfschale und Schneidbrett in der Küche, Ersatzrad, Heki und Fliegenschutztür für 649 Euro. Im Testwagen müssen noch das dritte Stockbett, ein TV-Halter, der Einsäulenhubtisch und die Dekokissen hinzugerechnet werden. So bringt es der 573 PT auf exakt 23.274 Euro.

„Das große Panoramafenster im Bug sieht klasse aus“, konstatiert Karosseriemeister Rudi Stahl. Auf dem Dach ist eine praktische Schiene über dem Fenster montiert, die Regenwasser seitlich ableitet. Die Tür und die weiteren vorgehängten Fenster mit Sicherheitsriegeln im GfK-Aufbau sind guter Standard und allesamt ordentlich eingebaut.

Der Toilettenschacht ist innen gut abgedichtet, auch der Deichselkasten ist gut verarbeitet, bis auf einige unbehandelte Holzleisten oben. Der verzinkte, profilierte Blechboden ist leicht und stabil, der Klappenaufsteller hält die Klappe sicher und weit genug offen.

Außen besteht der Adora die Untersuchung von TÜV-Ingenieur Heinzle ohne Beanstandung. Die Kantenradien sind in Ordnung, die vorgeschriebene Beleuchtung ist teilweise in langlebiger LED-Technik ausgeführt. Der Gaskasten ist gut zugänglich und über zahlreiche Öffnungen im Boden perfekt entlüftet. Beim Anschluss der Gasflasche ist etwas Umsicht geboten, soll später nicht der Klappenaufsteller den Schlauch treffen. „Ohne automatische Umschaltung schließt man besser die linke Flasche an, da passiert dem Schlauch nichts.“

Die technische Ausstattung des Adora ist ansehnlich. Die Beleuchtung glänzt mit LED-Strahlern, die den Wagen stimmungsvoll mit indirektem Licht erhellen.

Die Heizung mit Umluftanlage ist Standard, der deckenhohe, schmale 140 Liter fassende Kühlschrank spart Platz und ist wirklich familientauglich. Auch Steckdosen sind reichlich vorhanden: drei in der Küche, zwei am französischen Bett und je eine außen am Bad und am mittleren Stockbett. Leider haben die Kinderbetten aber nur eine Ablage fürs Allerlei.

Das riesige Bad hat nur ein Klappwaschbecken direkt über der Toilette. So entsteht Freiraum und die separate Dusche ist gut erreichbar. „Ein Boiler statt einer Therme wäre aber sinnvoller, wenn mehrere duschen wollen.“

Schreinermeister Oliver Pfisterer lobt die Möbeloptik des Adora. Pfisterer ersetzt in Zukunft den Kollegen Bartels, der sich nach fast 20 Jahren Mitarbeit nun zurückzieht. Die Redaktion bedankt sich herzlich.

Alle Möbelelemente passen perfekt zusammen, nirgends stören Brüche in der Gestaltung. „Nur die zahlreichen sichtbaren Verbindungen zwischen Möbelteilen und Aufbau sind etwas unschön“, klagt Pfisterer.

Die Verarbeitung der Einrichtung ist fast perfekt. In Sitztruhen und unter dem Bett wie auch in den Schränken sind sämtliche Schnittkanten nachgearbeitet. Manche Ausfräsungen in Dekorplatten allerdings vertrügen noch etwas Arbeit. Ganz hervorragend ist auch die Abdichtung des Bades, duschen also kein Problem.

„Der Raumeindruck mit dem riesigen Bugfenster ist überwältigend“, schwärmt Wohntesterin Christiane Eckl, „doch geht so natürlich Platz für Dachschränke verloren.“ Mit dem dritten Stockbett verliert der große Familienwagen weiteren Stauraum.

Für die „richtig große und schicke Küche mit riesen Kühlschrank und viel Arbeitsfläche“ kann sich die Wohntesterin begeistern. „Das Innenleben wäre mit etwas mehr Einteilung aber noch praktischer.“ Richtig gute Ideen sind das Schneidbrett für die Spüle und das Abtropftablett auf dem Herd aus dem Comfort-Paket.

Die umbaubare große Seitensitzgruppe gegenüber der Küche ist mit kleineren Kindern zu viert oder zu fünft bequem, der Tisch dürfte aber etwas größer sein.

Das französische Bett im Bug ist knapp 140 Zentimeter breit und verjüngt sich nicht zum Fußende hin. Die zwei oberen großen Kinderbetten tragen je 70 Kilogramm. Für die oberste Etage gibt es gute Absturzsicherungen.

Das Ergo-Bad schließlich ist „toll gemacht“. Mit dem Klappwaschbecken über der Banktoilette gewinnt Adria richtig Platz vor der Duschkabine. Insgesamt ist das Wohn-Konzept des 573 PT stimmig.

Der Adora geht bei den Chassis-Spezialisten von Al-Ko zunächst auf die Waage. Leer liegt er mit 1.413 Kilogramm nur knapp über der Herstellerangabe. Mit seinem 1.800-kg-Chassis ist die Zuladungsreserve ohnehin kein Thema. Die vergleichsweise lange Deichsel in Kombination mit seiner guten Sicherheitsausstattung – serienmäßig sind Stabilisierungseinrichtung, Stoßdämpfer und Längslenkerachse dabei – bringt dem Adria ein für einen Wagen dieser Größe unkritisches Fahrverhalten.

Der Adora 573 PT bestätigt einmal mehr: Aus Novo Mesto kommen so gute wie ansehnliche Caravans. Der Zuschnitt des Adora, vor allem mit etwas mehr Länge, ist für Familien perfekt.

Infobox

Den vollständigen Profitest lesen Sie in der Ausgabe 02/2015 von Camping, Cars & Caravans.

Redaktion
Volker Stallmann
Seit September 1998 ist Volker Stallmann Teil der CCC-Redaktion und zuständig für Caravan- und Autotests.
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