Eriba Feeling 450 im Test

Vier mal vier

Der Arbeitgeber nennt es Elternzeit. Sie soll Familien mit Neugeborenen und kleinen Kindern ein erstes intensives Kennenlernen ermöglichen. Wir nutzen diese Zeit für einen längeren Urlaub. Fast vier Wochen Italien mit einem Gespann bestehend aus einem Opel Zafira mit 150 PS und Automatikgetriebe sowie dem Eriba Feeling 450 sollen dieses Kennenlernen vertiefen.

Kennenlernen müssen wir aber auch den Caravan. Der kompakte Eriba mit Schlafdach bietet sechs Betten auf engstem Raum, ist optisch eine Augenweide und innen sehr pfiffig gestaltet. Durch das Schlafdach entfaltet sich eine ungeahnte Größe und Geräumigkeit im Innenraum des 450. Auch in Sachen Stauraum hält er für seine kompakten Abmessungen einiges parat.

Seine guten Fahreigenschaften entspringen weniger dem geringen Gewicht des Feeling, der darf nämlich 1.400 Kilogramm wiegen, sondern seinem nicht so hohen Gesamtaufbau und der damit guten Aerodynamik. Unser durchschnittlicher Gesamtverbrauch lag bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 80 Kilometer pro Stunde auf der Autobahn bei 9,1 Liter pro 100 Kilometer.

Erstes Ziel ist der Union Lido. Dort ist der Caravan mit vereinten Kräften schnell an Ort und Stelle. Die großen Teller der Jumbo-Stützen sorgen auf dem sandigen Untergrund für Standfestigkeit. Der Wagen ist schnell unterbaut und feststehend ausgerichtet.

Die Mitteldinette im Feeling 450 bietet für eine Familie mit vier Personen ausreichend Platz, wobei wir mit Kleinkind und Säugling kein Maßstab sind und auch hauptsächlich im Vorzelt essen. Der Küchenblock verfügt über einen dreiflammigen Gasherd und ein großes Spülbecken. Hängeschränke gibt es im Küchenbereich nur zwei. Der Unterschrank bietet zwar viel Stauraum, ist allerdings durch die Lage direkt gegenüber der Toilette nur schwer zugänglich. Der Durchgang ist hier am engsten und man muss sich auf den Boden setzen oder knien, um ganz in den Schrank hineingreifen zu können. Der Kühlschrank ist ausreichend dimensioniert und die gute Verschlusstechnik erspart weitere Riegelchen, um die Tür während der Fahrt zu sichern.

Die Toilette direkt gegenüber der Küchenzeile verengt den Mittelgang wie bereits erwähnt erheblich. Dafür bietet sie im Inneren ausreichend Platz und punktet mit vielen Fächern und kleinen Schränkchen. Aufgrund der fehlenden Steifigkeit der Toilettenwand, sie kann ja nicht am Dach befestigt werden, fällt der obere Bereich bei geöffneter Tür etwas nach innen. Daher klemmt die Türe beim Schließen immer etwas und muss zum Schließen immer etwas auseinandergedrückt werden.

Schlafen mit Kleinkindern ist in vielen Caravans ein Problem. Im 450 haben wir drei Optionen: das Schlafdach, das Doppelbett im Heck und die umbaubare Dinette. Letztere modifizieren wir für Tom mit einer Absturzsicherung zum Kinderbett. Leider gelingt dies erst nach einigen Nächten, ohne dass Tom unter der Absturzsicherung durchrutscht, dann ist das aber eine prima Lösung. Der Säugling soll mit ins Doppelbett, was sich aber nach der ersten Nacht als Unruheherd herausstellt. Wir kaufen einen Bastkorb und fertigen daraus eine Wiege. Perfekt, nun hat jeder sein Reich. Von den Abmessungen her ist das Schlafdach das größte Bett und bietet auch einen recht angenehmen Liegekomfort, wobei die Matratzen etwas dünn geraten sind. Positiv zu bemerken sind die großflächigen Belüftungsöffnungen im Aufstelldach. Durch diese herrscht ein tolles Klima im Schlafdach. Nachteilig ist, dass die Leiter, wenn unten die Bettverbreiterung installiert ist, nicht an den dafür vorgesehenen Laschen eingehängt werden kann. Es bleibt dann fast nur das langsame Herunterrutschen, bis man den Boden beziehungsweise das Bett unter sich spürt.

Ein guter Mückenschutz ist das Fliegengitter in der Wohnwagentür. Nur verschwindet es tief im Rahmen, sodass es ohne Griff eigentlich kaum bedienbar ist. Außerdem sollte beachtet werden, dass niemals die Aufbautür bei geschlossenem Fliegengitter zugeschlagen wird – danach war das Gitter wegen der Ablage in der Tür nämlich kaputt.

Eigentlich sollte es noch weiter gen Süditalien gehen, aber wir verzichten zugunsten von ein paar Tagen mehr auf dem Union Lido und nutzen die Rückfahrt für viele Unterbrechungen. Der Feeling 450 ist hierfür geschaffen, denn sehr flexibel. Anhalten, parken, Dach hoch, leben.

Wir würden allerdings nicht so weit gehen, dass er sich besonders gut für einen Urlaub mit sechs Personen eignet. Für vier Personen jedoch ist der Platz in jedem Fall ausreichend, wenngleich in unserem Fall mit zwei Kleinkindern noch nicht ganz ideal. Denkt man aber in die Zukunft, wenn die Kinder größer sind, haben Tom und Eni bald oben ihr Himmelreich oder können sich unten eine Höhle bauen. Der Eriba Feeling 450 bietet jede Menge Flexibilität und hinterlässt einen durchdachten Eindruck. Wir würden jederzeit wieder mit ihm auf Tour gehen.

  • Info: Eriba

  • Text: Thorsten Sauer

  • Bild: Thorsten Sauer

2017-08-21T15:54:10+00:00 Caravans, Wohntest|2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Sarter Siegfried 17. Januar 2017 um 23:40 Uhr

    Hallo,
    ich wollte fragen ob Sie mir sagen können was für ein Vorzelt das ist?

    • Maren Schultz 27. Januar 2017 um 15:45 Uhr

      Hallo Herr Sarter,

      ganz genau können wir das leider auch nicht mehr nachvollziehen. Den Eriba Feeling 450 hatten wir vor rund zwei Jahren zum Test, das Zelt hatte uns Hymer damals mitgegeben. Von daher ist zu vermuten, dass es sich um ein Movera-Zelt handelt. Welches Modell kann ich Ihnen leider nicht sagen. Da das ganze aber wie gesagt schon zwei Jahre her ist, dürfte es dieses Modell in der Form vermutlich ohnehin nicht mehr geben.

      Herzliche Grüße
      Maren Schultz
      Redaktion
      Camping, Cars & Caravans

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