Als der Ford Mondeo 1993 seinen zuletzt etwas angestaubt wirkenden, hinterradgetriebenen Vorgänger Sierra ablöste, kam dies einem Quantensprung gleich – nicht nur, weil nun ganz zeitgemäß die Vorderräder das Fahrzeug zogen. Der Erfolg gab den Kölnern Recht: Mittlerweile rollt die fünfte Generation über unsere Straßen.
Schon der erste Mondeo machte vorm Caravan – abgesehen von der zu weichen Hinterachsfederung – eine gute Figur. Nun muss der aktuelle Ford Mondeo Titanium als Kombi (Tournier) ran; zeigen, ob er sich auch für den Urlaub mit Kind, Kegel, Campingausrüstung und Caravan eignet.

Fotogalerie: Ford Mondeo

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Die elektrisch schwenkende Anhängerkupplung mit gut erreichbarer Steckdose bedient der Caravaner per Knopfdruck.

Bei den Motoren hat sich über die Jahre viel getan: So gibt sich der im Testwagen montierte 2,0-Liter-TDCi Bi-Turbo mit 210 PS und 450 Newtonmetern maximalem Drehmoment bereits auf dem Papier souverän. 450 Newtonmeter – dafür hätte man vom ersten Mondeo mindestens zwei Exemplare hintereinander spannen müssen.
Die gute Vorahnung bestätigt sich beim Fahrtest. Der doppelt beatmete Diesel bringt den Mondeo solo in gut acht Sekunden auf 100 Sachen. Gerade mit Caravan fällt auf, dass es dank der zwei Lader kein Turboloch gibt. Zwei Tonnen darf der so motorisierte Mondeo an den elektrisch schwenkbaren Haken nehmen – und gibt sich damit keine Blöße.

Hierzu passt das bei Ford Powershift genannte sechsstufige Doppelkupplungsgetriebe, das den Kraftfluss beim Schalten kaum unterbricht. Die Abstufung ist für einen Mittelklassekombi stattliche Anhängelast gut gewählt. So marschiert der Test-Mondeo im Gespannbetrieb Aichelberg und Drackensteiner Hang – zwei der steilsten Autobahnabschnitte Deutschlands – zügig hinauf. Auf dem Rückweg, wenn der Wohnwagen gen Tal schiebt, zeigt sich die Qualität des Fahrwerks. Die Integrallenker-Hinterachse, die Ford für mehr Lenkpräzision und höheren Abrollkomfort einsetzt, hält auch das Gespann sicher in der Spur. Zahlreiche Systeme für aktive Sicherheit wie Bergabfahrassis-tent, Fahrspur-Assistent, Müdigkeitswarner und Verkehrsschildererkennung hat der Mondeo als Titanium serienmäßig an Bord.

Der Verbrauch mit Caravan pendelte sich bei 11,4 Liter Diesel ein – ein guter Wert. Roll- und Antriebsgeräusche liegen erwartungsgemäß auf niedrigem Niveau. Die Vordersitze (beim Titanium beheizbare Sportsitze) sind auch auf langen Strecken sehr bequem, und auch im Fond bietet der Ford viel Platz und Komfort.

Der Kofferraum mit Doppelboden ist beim Mondeo breit und eben und ohne störende Ladekante. Die optionalen Ladeschienen sichern Koffer und sonstiges Gepäck.
In der Ausstattung Titanium mit 210-PS-Bi-Turbo und Powershift-Getriebe kostet der Mondeo als Tournier ab 39.475 Euro. Der Testwagen kommt mit Extras auf 49.320 Euro. Günstigster Mondeo ist das fünftürige Fließheck in der Ausstattung Trend mit 1,0-Liter-Benziner mit 125 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe ab 25.750 Euro. Bei ihm ist die Anhängelast allerdings auf nur 900 Kilogramm begrenzt. Doch bietet die Motoren- und Modellpalette des Mondeo mit Anhängelasten bis 2.000 Kilogramm für die meisten Caravaner das passende Fahrzeug.  Gerade aber in der getesteten Version überzeugt der Ford mit seinem souveränen Vortrieb und seinen Qualitäten als komfortables, spursicheres Familienauto.

Von Mathias Piontek (Text und Fotos)

2016-11-23T11:38:14+00:00 Cars, Fahrberichte|2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Peter Lom 1. Februar 2017 um 19:52 Uhr

    Es gibt den Mondeo ja auch mit Allradantrieb. Wurde die Variante auch getestet?

    • Maren Schultz 2. Februar 2017 um 10:00 Uhr

      Hallo Herr Lom,

      nein, leider nicht. Wir hatten nur das beschriebene Modell als Testfahrzeug zur Verfügung.

      Herzliche Grüße
      Maren Schultz
      Redaktion
      Camping, Cars & Caravans

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