Allrad, 240 PS und 500 Newtonmeter Drehmoment aus einem Zweiliter-Turbodiesel bei 2,2 Tonnen Anhängelast klingen nach viel Spaß – mit oder ohne Caravan. Aber das gibt’s auch anderswo, so sehr aufregend ist der Alltrack im Hof demnach doch nicht. Auch wenn sein Kleid in Habanero Orange Metallic sofort auffällt und allgemein bestens ankommt. Ein Fahrtest also wie immer?

Nun, nicht ganz: Hinter einem Schalterchen im Armaturenbrett verbirgt sich ein geradezu fantastisches Männerspielzeug für Gespannfahrer, das derzeit im Passat und Tiguan zu haben ist: Der Trailer Assist hilft aktiv beim Rückwärtsrangieren, und wer den Bogen raus hat, will gar nicht mehr aufhören, rückwärts zu fahren. Einfach im Stillstand den Rückwärtsgang einlegen, den Einparkhilfeschalter betätigen – und schon kann’s losgehen. Jetzt steuert der Außenspiegelverstellknopf wie ein Joystick das Gespann. Im Display erscheint eine Grafik des Gespanns und jede kleine Bewegung der Spiegelverstellung lässt den Anhänger im Bild von rechts nach links und zurück wandern, während gleichzeitig das rotierende Lenkrad für den passenden Einschlag der Räder sorgt. Ein zartes Gasgeben, und siehe da – der Wohnwagen bewegt sich tatsächlich exakt in die vorgewählte Richtung. Und er lässt sich jetzt über den kleinen Joystick lenken. So gelingen Rangiermanöver mit Gespann ganz vortrefflich und weitgehend stressfrei. Eine super Sache für 630 Euro, findet die Redaktion.

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Klare Kanten prägen auch die Heckansicht des Kombis. Die peppige Lackierung steht ihm ausgezeichnet. V. Stallmann

Auch sonst ist der Test-Passat mit so ziemlich allem ausgerüstet, was Autofahrers Leben leichter macht. Neben dem perfekt arbeitenden Siebengang-DSG, das die Kraft des Motors nach einem kurzen Luftholen voller Elan in Vortrieb umsetzt, ist zum Beispiel die automatische Distanzregelung nicht nur für Gespannfahrer wunderbar bequem. Einfach den Tempomat einschalten und den gewünschten Abstand vorgeben, schon geht es deutlich entspannt weiter – vor allem bei Kolonnenfahrt eine echte Erleichterung. Die aber macht im Passat nicht hundertprozentig Spaß. Etwas weichere Bremsmanöver wären zuweilen schön, und es dürfte schneller vorangehen, wenn die Bahn vorn wieder frei wird. Aber da meckern wir schon auf sehr hohem Niveau.

Was auch für die Preise gilt. Die moderne Technik erleichtert nun mal auch den Geldbeutel: Der Passat Alltrack 2,0 TDI mit 240 PS kostet ab 47.150 Euro, der Testwagen sogar 63.230 Euro.

Text und Fotos: Volker Stallmann

2016-09-07T09:00:40+00:00 Cars, Fahrberichte|Kommentare deaktiviert für Trickreich mit Gefühl