Seat Ateca 2.0 TDI im Test

Gut gebaut

Im tschechischen Werk in Kvasiny laufen der Seat Ateca und der Skoda Kodiaq vom Band, während die Plattformbrüder VW Tiguan und Audi Q2 in Wolfsburg beziehungsweise Ingolstadt gebaut werden.

Der Seat Ateca ist ein eigenständiges Modell in der Baureihe. Nicht riesig, nicht zu klein, schön kantig und markant. Der Innenraum ist geräumig, nicht ganz so luxuriös wie beispielsweise im Tiguan, aber von den Funktionen und der Ausstattung in der gefahrenen Xcellence-Ausstattung ebenbürtig.

Unter der Haube steckt ein VW EA288, ein Reihen-Vierzylinder-Turbodiesel mit 190 PS und einem Drehmoment von 400 Newtonmetern. Diese Topmotorisierung gibt es nur in der Luxus-Version und nur in Kombination mit Allradantrieb samt einem Siebengang-DSG-Getriebe. Allein die Serienausstattung des Atecas würde jeden Rahmen sprengen, aber sagen wir mal so: Mit diversen Extras wie der obligatorischen „Anhängevorrichtung, schwenkbar mit elektrischer Entriegelung 810 Euro“, kann der Preis schnell von 36.000 auf rund 45.000 Euro klettern.

Das Fahrwerk und die Sitze sind ordentlich straff, erschwerend kommt noch dazu, dass das Fahrzeug mit den optionalen 19-Zoll-Leichtmetall-Rädern ausgerüstet ist und die Reifen mit 40er-Querschnitt kaum zusätzliche Dämpfung bieten. Zudem fällt ein Argument für einen SUV bei Wohnwagenfahrern damit weg: Zum Wenden weit über den Bordstein ausholen wird damit teuer. Mit angehängtem Caravan wird man auf schlechter Straße ziemlich durchgeschüttelt. Der kurze Hecküberhang überträgt das Deichselnicken spürbar. Mit unserem Knaus Sport und seinen rund 1.100 Kilogramm Leergewicht hat der Spanier sonst keine Probleme, Leistung und Traktion sind mehr als ausreichend vorhanden – außer man hat den „Driving-Experince“-Modus Eco gewählt, dann zieht das Gefährt mit einem Leergewicht von 2.130 Kilogramm etwas gemächlich davon. Der Testverbrauch auf 100 Kilometer bei flotter Fahrweise mit Wohnwagen betrug 11,3 Liter.

Das Platzangebot im Innenraum ist auch für vier Erwachsene ausreichend, nur das Kofferraumvolumen fällt mit 485 Litern etwas knapp aus – da fallen die fehlenden 13 Zentimeter zum Bruder Tiguan ins Gewicht, der diese genau in der Länge des Laderaums draufpackt.

Der Ateca ist eine weitere spannende Variante aus dem VW-Baukasten. Sportlichkantig und alles in allem doch ein bisschen günstiger als seine Brüder. Ein Wermutstropfen ist wie so oft die Politik mit den Optionen: Viele Kombinationen werden nur im Paket angeboten, was letztendlich Gesamtpreis und Ausstattung in die Höhe treiben. Als Zugfahrzeug überzeugt der Spanier durch seinen starken Motor und das DSG-Getriebe – leider ist der konzerneigene Trailer-Assist noch nicht als Zubehör lieferbar.

Ob vor dem Wohnwagen oder Solo, beliebt ist der Seat Ateca auf jeden Fall – die derzeitige Lieferzeit beträgt je nach Modell und Ausstattung mindestens sieben Monate.

  • Info: www.seat.de

  • Text:Andreas Güldenfuß

  • Bild: Volker Stallmann

2017-08-02T11:28:29+00:00 Fahrberichte, Teaser Startseite 1|Kommentare deaktiviert für Seat Ateca 2.0 TDI im Test