Skoda Kodiaq 2018  im Test Foto: Andreas Güldenfuß Fotos
  • Skoda-Kodiaq-2018-Cockpit 1 / 3 Foto: Andreas Güldenfuß
  • Skoda-Kodiaq-2018-Innenraum 2 / 3 Foto: Andreas Güldenfuß
  • Skoda-Kodiaq-2018-Kofferraum 3 / 3 Foto: Andreas Güldenfuß

Skoda Kodiaq 2018 im Test

Bärenbrüder

An einer Tankstelle in Stuttgart: Der Rüssel steckt in der Tanköffnung und versorgt den in Magnetic-Braun-Metallic gehaltenen Skoda Kodiaq (Kodiakbär, Ursus arctos middendorffi, Unterart des Braunbären) mit Stoff. Plötzlich schleicht sich ein anderer Spritsuchender an und will direkt wissen, wie lange ich warten musste. Verwundert schweift mein Blick über ungefähr fünf freie Zapfsäulen und antworte wahrheitsgemäß „überhaupt nicht“. Gemeint war natürlich nicht die Wartezeit an der Tankstelle, sondern die Lieferzeit für das Auto – das wurde mir allerdings erst später klar. Je nach Ausstattung und Motorisierung müssen kaufwillige Kunden nämlich bis zu zehn Monate warten, bis sie ihren Kodiaq geliefert bekommen – nicht viel besser geht es den Interessenten für den ebenfalls auf der modularen Querbauweise und auch im tschechischen Kvasiny zusammengebauten Seat Ateca.

Wie schon beim Tiguan (CCC 8/17) ist von Kaufzurückhaltung im SUV-Segment des Volkswagenkonzerns nichts zu spüren – zumindest nicht in der Mittelklasse. Wobei Mittelklasse angewandt auf den Kodiaq schon fast eine Untertreibung ist. Sieben Sitzplätze, noch dazu mit richtig Platz, bietet sonst nur die Oberklasse mit fünf Meter Länge. Das offene Geheimnis des Skodas ist die Plattform. Querbau statt Längsbau wie beim ähnlich großen Audi Q5 oder deutlich größeren Q7. Der quereingebaute Motor spart Platz, der den Passagieren und natürlich auch dem Gepäckraum zugutekommt.

Der 2016 präsentierte und seit März 2017 verkaufte Tscheche ist von den Maßen das, was seit September 2017 als VW Tiguan Allspace erhältlich ist. Mit einer Gesamtlänge von 4.697 Millimetern und einem Radstand von 2.791 Millimetern weicht der Skoda nur um vier Millimeter ab. Der Unterschied zum normalen Tiguan – oder zum schon bald erhältlichen Skoda Karoq – ist dafür beträchtlich. 20 Zentimeter länger als der VW, über 30 Zentimeter länger als der kleine Skoda SUV oder vollständigkeitshalber der Seat Ateca: Der Kodiaq ist ein richtiges Ladetalent. Trotz umfangreicher Ausstattung hält sich das Leergewicht mit knapp 1.800 Kilogramm in Grenzen. Bis zum zulässigen Gesamtgewicht bleiben über 700 Kilogramm Zuladung – also selbst mit allen sieben möglichen Sitzplätzen und den kleinen, verbleibenden Gepäckraum realistisch. Ein kleiner Wermutstropfen ist dafür die zulässige Gesamtmasse im Anhängerbetrieb: Mit einem zulässigen Gesamtgewicht des Kodiaq von 2.513 Kilogramm und einen zulässigen Gesamtmasse des Zugs von 4.513 Kilogramm bleiben im Schein nur 2.000 Kilogramm übrig. Der kleinere, nur unwesentlich leichtere Tiguan darf im Zug 4.825 Kilogramm wiegen, also 2.500 Kilogramm anhängen und auch was bisher vom Tiguan Allspace bekannt ist, zielt in diese Richtung. Vielleicht wird der Konzernbruder in diesem Punkt ein bisschen kurz gehalten. Am Ende zählt aber immer das tatsächlich gewogene Gewicht.

Ergo, wer 300 Kilo weniger ins Auto packt, darf auch 300 Kilo mehr ziehen. Das einzige Manko wäre noch Tempo 100, da geht es strickt darum, was im Schein steht. Aber ob man mit einem Wohnwagen über zwei Tonnen überhaupt schneller als 80 Stundenkilometer fahren muss, ist ein anderes Thema – der Skoda kann es, wir haben es getestet.

Der Kodiaq ist nicht ohne Grund so beliebt. Rein theoretisch jedenfalls, bekommt man für 25.000 Euro ein robustes SUV, welches jegliche Transportaufgaben meistert.

Unser Testwagen mit 190 PS Diesel, DSG-Getriebe und Allradantrieb, noch dazu in der teuersten Ausstattungslinie kostet knapp 40.000 Euro – mit allem Zubehör stehen letztendlich über 51.000 Euro auf dem Deckel.

Skoda Kodiaq 2,0 l TDI

Motor: Vierzylinder-Turbo-Dieselmotor,

Hubraum: 1.968 cm3, Leistung: 140 kW (190 PS) bei 4.000/min, max. Drehmoment: 400 Nm bei 1.900/min, Euro 6

Antriebsart/Getriebe: Allradantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe

Massen: Leermasse: 1.798 kg, zul. Gesamtmasse: 2.513 kg, Zuladung: 715 kg, Anh.ngelast gebremst/ungebremst: 2.000/750 kg, max. Anhängelast mit B-Führerschein: 987 kg, Leistungszuggewicht: 32,2 kg/kW

Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h, Beschleunigung 0–100 km/h: 8,6 s

CO2-Ausstoß: 150 g/km

Verbrauch (l/100 km): ECE 5,7, Test: 6,9 (solo)/10,0 (Gespann)

Reichweite: 869 km (solo)/600 km (Gespann)

Tankinhalt: 60 l

Serienausstattung Style (Auszug): Kopf-, Front-, Seiten-, Knieairbags, ABS, Alufelgen, Berganfahrassistent, ESP, ASR, Klimaanlage, Licht-/Regensensor, Tagfahrlicht, Vordersitze elektr. einstellbar und beheizbar, Parksensoren vorne und hinten, LED-Nebelscheinwerfer inkl. Abbiegelicht

Sonderausstattung: Anhängerkupplung (830 €), Alcantara-Ausstattung (1.480 €), Metallic (550 €), Assistenz- und Trailer-Paket (1.290 €), DDC (940 €), Columbus-Paket (2.150 €)

Grundpreis: 39.440 Euro

Testwagenpreis: 51.420 Euro

Versicherung: KH 17, VK 22, TK 22

 

Was der Skoda Kodiaq außerdem zu bieten hat und mit welchen Vorteilen der SUV zudem als Zugfahrzeug aufwartet, lesen Sie im Testbericht in der November-Ausgabe von Camping, Cars & Caravans. Den Testbericht können Sie hier kostenpflichtig downloaden.

 

  • Info: Skoda

  • Text: Andreas Güldenfuß

  • Bild: Andreas Güldenfuß

2017-11-15T12:06:08+00:00 Cars, Fahrberichte, Teaser Startseite 2|Kommentare deaktiviert für Skoda Kodiaq 2018 im Test