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Caravan Salon Düsseldorf 2021

Das werden die Trends der größten Camping-Messe

Der Countdown läuft. Nur noch wenige Tage, bis der Caravan Salon seine Tore öffnet. Wer wissen will, wo die Reise in Sachen Camping und Caravaning hingeht, ist auf der weltgrößten Fachmesse der Branche genau richtig. Die CCC-Redaktion hat schon vorab drei allgemeine Trends identifiert.

Welche Anforderungen stellt der moderne Camper an seinen Caravan, seine Ausstattung, sein Zugfahrzeuge? Wohin entwickelt sich Camping als trendige Reise- und Urlaubsform – und wie reagieren die Hersteller auf diese Trends? Antworten darauf will der diesjährige Caravan Salon in Düsseldorf liefern, schließlich trifft sich hier das Who-is-Who der Branche; vom Händler, Zubehör-Spezialisten, Campingplatzbetreiber bis hin zu namhaften Fahrzeug- und Caravan-Herstellern.

Auch, wenn vielleicht die eine oder andere Neuheit erst in Düsseldorf bekanntgegeben wird, lassen sich drei übergreifende, allgemeine Trends rund um das Caravaning schon jetzt erkennen: „Naturnahes Reisen“, „Smarte Caravans“ und „Multi-Kulti-Wohnwagen“.

So naturnah zu reisen wie mit dem Reisemobil, Caravan oder CamperVan ist mit kaum einer anderen Reiseform möglich. Auf einem Weingut direkt neben den Weinstöcken übernachten? Kein Problem, denn inzwischen bieten auch ländliche Betriebe Stellplätze für Camper an.
Foto: Messe Düsseldorf / ctillman

Trend 1: Natur hautnah erleben

Leidenschaftliche Caravaner haben es schon immer gewusst, nun entdecken immer mehr Menschen den Vorteil des Campings. Egal, ob im Reisemobil, im CamperVan oder mit dem Wohnwagen: Keine andere Form des Reisens ermöglicht es, so direkt und ursprünglich die Natur zu erleben und dabei unabhängig zu sein. Camping spiegelt damit die Sehnsucht der Menschen nach individuellen, naturnahen und nachhaltigen Reisemöglichkeiten wider. In Kombination mit der Sicherheit, die das Urlauben in den eigenen vier Wänden mit sich bringt, hat sich dieser Trend über die Pandemie-Zeit hinweg noch verstärkt – und wird wohl auch künftig weiter steigen.

Die Messe Düsseldorf trägt dem Trend zu mehr Caravaning und Outdoor-Aktivitäten in der Form Rechnung, als dass die TourNatur in diesem Jahr parallel und über die gesamte Messedauer des Caravan Salon stattfindet. So sollen noch mehr Synergieeffekte entstehen und den Besuchern Mehrwerte bieten. Aber auch Themen wie Autarkie, alternative Antriebskonzepte und Allrad-Fahrzeuge werden den Trend nach „mehr Natur“ und einem authentischem Campingvergnügen auf der Fachmesse unterstreichen.

Mittendrin im Natur-Erlebnis

Apropos authentisch: Ruhe und Abstand vom Alltag finden Camper nicht nur auf dem klassischen Campingplatz. Wer sich noch mehr Authentizität wünscht, der kann heutzutage auch auf einem Bauernhof oder bei einem Winzer übernachten.

Idyllische Übernachtungsmöglichkeiten für Reisemobil, Wohnwagen oder Campingbus bieten fernab der offiziellen Stellplätze inzwischen auch ländliche Betriebe oder Privatpersonen an. Egal, ob Bauernhof, Brauerei, Winzer oder Käsereien: Viele bieten in ruhiger und naturnaher Athmosphäre Stellplätze an. Abseits vom Massentourismus und dem ständigen An- und Abreiseverkehr punkten sie mit ihrem besonderen Charme und geben Urlaubern zugleich die Möglichkeit, hinter die Kulissen der Betriebe zu blicken – oder sogar selbst mit anzupacken.

Wenn es um das naturnahe Reisen geht, wird auf dem Caravan Salon Düsseldorf aber auch ein anderes Thema im Mittelpunkt stehen, das zugegebenermaßen eher für CamperVans eine große Rolle spielt: Allrad. Dank des 4×4-Antriebs können Ziele erreicht werden, die für andere verschlossen bleiben. Die Welt auf entlegenen Pfaden zu erkunden, fernab der touristischen Routen, übt nachvollziehbarerweise auf immer mehr Camper einen Reiz aus. Und das wird auch auf dem Caravan Salon Düsseldorf zu sehen sein.

Zudem sind es nicht nur die Unabhängigkeit des Reisens oder die Nähe zur Natur, die die Menschen zum Camping zieht. Es ist auch der Beitrag zum Umweltschutz, denn eine Campingreise gilt als nachhaltiger als ein Urlaub im Hotel mit Anreise per Flugzeug oder ein Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff. Nachhaltig unterwegs zu sein ist vielfältig und beginnt bei alternativen Antriebskonzepten und reicht bis zu Trockentrenntoiletten und selbst erzeugtem Solarstrom für die Energieversorgung an Bord. Kein Wunder, dass die Frage, wie man möglichst lang und autark von Ver- und Entsorgung unterwegs sein kann, immer häufiger diskutiert wird.

Die Bildergalerie über interessante Produkte zum Thema „Naturnah und nachhaltig reisen“ finden Sie hier.

Allrad: Hymer Grand Canyon S 4x4
Einer der Trends rund um das Thema Camping geht hin zu kleinen, leichten Caravans, die im Gespann auch von denjenigen gefahren werden dürfen, die "nur" einen B-Führerschein besitzen. Ein Bespiel dafür ist der T@b von Knaus.
Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann

Trend 2: Multi-Kulti-Wohnwagen – oder: die Besinnung auf die Ursprünge

In gewisser Weise ist der Trend zum Urbanen auch mit einer zweiten Entwicklung verknüpft. Denn immer mehr Caravan-Hersteller bauen ihr Portfolio wieder verstärkt um kleine und leichte Wohnwagen aus, wie zuletzt etwa Hobby mit dem Beachy, Knaus mit dem Travelino oder Dethleffs mit dem Coco. Der Trend hin zu kleineren, leichteren Caravans hat seine Ursprünge aber nicht nur in dem Wunsch, wieder ursprünglicher zu reisen. Hier spielt vor allem die Neu-Aufteilung der Führerscheinklassen eine Rolle. Denn wer vor 20 Jahren seine Fahrerlaubnis machte, durfte ganz automatisch auch ein Gespann bis 7,5 t fahren. Seit 2002 ist das anders, es sind nur noch 3,5 t erlaubt. Wer also einen B-Führerschein besitzt und mit dem Caravan verreisen möchte, muss die nächste Führerscheinklasse nachholen – oder gut nachrechnen.

Denn nicht jeder ist bereit, noch einmal die Fahrschulbank zu drücken. Gerade junge Leute setzen daher lieber auf kleine, leichte Wohnwagen, mit denen Sie die zulässige Zuglast nicht überschreiten. Den Trend selbst gibt es zwar schon seit vielen Jahren, doch so richtig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerät er erst jetzt. Das wird sich auch auf dem Caravan Salon Düsseldorf zeigen, wo nicht nur der neue kompakte Beachy von Hobby, der längst bekannte T@b von Knaus Tabbert oder neue Modelle von Niewiadow zu sehen sein wird. Nicht nur, aber häufig stammen die Hersteller der kompakten Caravans aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen, daher lässt sich der Trend durchaus als „Multi-Kulti-Wohnwagen“ bezeichnen.

Verzicht auf Luxus und Fokus auf Leichtbau

Doch wie schaffen es die Hersteller, dass ihre Caravans nicht nur klein, sondern auch leicht genug sind, dass Sie von allen ohne BE-Führerschein gezogen werden dürfen? CCC-Chefredakteur Raymond Eckl sieht dafür zwei unterschiedliche Ansätze. „Zum Einen ist es der Verzicht auf Komfort. Alles nicht dringend Erforderliche wird auch nicht eingebaut. Es gibt keine Komfort-Kühlschränke, keine übermäßig ausgestatteten Nasszellen. Alles ist reduziert und irgendwie wieder wie in den Anfängen. Back to the roots, sozusagen. Wer eine gehobene Ausstattung sucht, ist hier sicher an der falschen Stelle. Wem es aber ausreicht, ein Bett, eine kleine Kochstelle und eine Möglichkeit zum Waschen zu haben, der ist mit den Multi-Kulti-Wohnwagen bestens beraten.“

Raymond Eckl, Chefredakteur der Camping, Cars & Caravans

Der zweite Ansatz fokussiert sich auf die eigentliche Bauweise des Caravans und seiner Bestandteile. So sind in den kleinen leichten Wohnwaren natürlich auch keine schweren Materialien verarbeitet. Im Gegenteil: Der Leichtbau ist hier besonders gefragt. Entsprechend haben sich die Hersteller die Materialkunde auf die Agenda gesetzt – und das mit Erfolg, denn so mancher der kleinen Mobilheime lässt sich sogar mit einem Smart ziehen und auch für E-Autos sind die Leichtgewichte kein Problem. Sandwich-Bauweise, Aluschichten und XPS-Schaum sei Dank.

Hier geht es zur Bildergalerie über die leichten, kompakten Caravans, die auf dem Caravan Salon Düsseldorf derzeit zu sehen sind.

Trend 3: Smarte Caravans

Während die einen ihre Caravans von allem Unnötigen befreien, um Gewicht einzusparen, konzentrieren sich andere auf mehr Komfort – oder besser gesagt, mehr Konnektivität. Denn was das Smart Home kann, kann auch das Smart Mobile Home. Zumindest gibt es längst erste Ansätze, den Wohnwagen und seine Bestandteile zu vernetzen und auch aus der Ferne zu kontrollieren. „Das Thema beschäftigt uns bereits seit Jahren“, erklärt dazu Raymond Eckl, „aber bisher hat es sich bei den Kunden noch nicht durchgesetzt. Das ändert sich jedoch so langsam“.

Die smarte Steuerung einzelner Komponenten und Geräte im Caravan aus der Ferne per App ist längst keine Fiktion mehr, sondern wird von immer mehr Herstellern angeboten.
Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann

Digitales Entertainment und mobiles Büro

Nicht nur, dass mit Hilfe von LTE-Antennen wie von Alphatronics, Maxview, Vicar, Travel Vision oder Ten Haaft der Caravan Entertainment a lá Netflix und Prime auf allen Endgeräten bietet – oder sogar zum mobilen Büro umfunktioniert werden kann. Vor allem letzteres dürfte all diejenigen freuen, die entweder beruflich sowieso viel unterwegs sind oder generell von überall aus arbeiten können. Die genannten Systeme kombinieren eine leistungsfähige LTE-Antenne mit einer Wifi-Antenne, sodass der Camper sich das Internet sowohl über Mobilfunk als auch – wenn vorhanden – über das am Campingplatz vorhandene WLAN-Netz in den Wohnwagen holen kann.

Doch auch der Wohnwagen selbst lässt sich smart machen. Smart im Sinne von vernetzt, ähnlich wie beim Smart Home. Soll heißen: Die einzelnen eingebauten Geräte und Aggregate, wie Heizung oder Kühlschrank, können miteinander kommunizieren und per Smartphone kontrolliert und gesteuert werden. Damit das funktioniert braucht es eine zentrale „Schaltstelle“, an der alle Informationen zusammenlaufen und die Geräte über einen gemeinsamen Übertragungsweg abgefragt und gesteuert werden können.

Zentrale Schaltstelle überwindet auch große Distanzen

Schon 2011 haben sich dafür bereits mehr als ein Dutzend Unternehmen auf eine gemeinsame Plattform verständigt, den Caravaning-Industrie-BUS, auch CI-BUS. Das Netzwerk selbst funktioniert nach dem Master-Slave-Prinzip und nutzt das Bluetooth- und WLAN-Netz zur Kommunikation mit dem Smartphone. Das funktioniert, solange man nicht zu weit weg ist von seinem Caravan. Um auch aus größeren Distanzen den Überblick über Licht, Klimaanlage oder Heizung im Caravan zu haben, braucht es eine SIM-Karte. Für die Übertragung der Steuerungsdaten über große Entfernungen setzt die Industrie derzeit vor allem auf zwei Verfahren: Die iNet-Box von Truma und Caracontrol sowie auf einen zwischengeschalteten Server.

Zu den jüngsten Beispielen für einen smarten Caravan zählen unter anderem die neuen Modelle der Bianco-Baureihe – Activ und Selection – von Fendt. Sie sind bereits serienmäßig mit dem Bedienteil CPplus mit iNet-ready ausgestattet und können darüber tatsächlich smart gemacht werden. Und man darf gespannt sein, was ich Sachen smarter Caravan alles auf dem Caravon Salon Düsseldorf zu sehen sein wird.

Was bereits smart im oder am Caravan gesteuert werden kann, hat die CCC-Redaktion auf dem Caravan Salon exemplarisch zusammengetragen und in eine kleine Bildergalerie gesteckt. Hier können Sie sich durchklicken.

Auf stabiles Internet möchte kaum noch jemand verzichten - auch nicht auf dem Campingplatz.

Am Ende fließt alles zusammen

Das Schöne ist: Für jeden der drei allgemeinen Trends wird es in Düsseldorf jede Menge zu sehen geben. Zugleich wird es aber auch Mischformen geben. Denn während die einen die Natur ganz hautnah und ursprünglich erleben wollen, setzen die anderen auf das Motto „zurück zur Natur, aber bitte mit Hightech“. So wird auf der Leitmesse jeder etwas nach seinem Geschmack finden. Egal, ob Natur-Camper oder Glamper. Die Redaktion von Camping, Cars & Caravan wird in Düsseldorf vor Ort sein und die Augen nach den Neuigkeiten offen halten.

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