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La Mancelle Grand Liberty 600

Die Große Freiheit

Die Franzosen aus Le Mans haben ihren aufsehenerregenden Liberty jetzt auch auf zwei Achsen im Angebot. Das Modell mit dem markentypischen gepfeilten Bug wurde exklusiv für den deutschen Markt entwickelt.

Ein La Mancelle Liberty fällt immer auf – der spitz eingezogene Bug ist schlicht einzigartig und das Sonderdekor Plaisance in Holzoptik tut das seine zu dem starken Auftritt. Außerdem gibt es die ungewöhnlichen französischen Reisecaravans – alle sind nur 225 Zentimeter breit – noch mit weiteren fantasievollen Dekors. Und auf Wunsch sind die Wagen sogar mit eigenem Dekor des Kunden zu haben. Bisher allerdings nur als Einachser mit eher kompakten Abmessungen. Jetzt ist mit dem La Mancelle Grand Liberty 600 das Konzept auch als ausgewachsener Caravan auf zwei Achsen zu haben. Ein mutiger Schritt, denn in ihrer Heimat werden Tandemachser traditionell mit fahrendem Volk assoziiert und tauchen daher kaum bis gar nicht am französischen Markt für Urlaubscamper auf.

Der auf dem Caravan Salon in Düsseldorf und Paris Le Bourget vorgestellte La Mancelle Grand Liberty 600 ist deshalb nicht zuletzt dem deutschen Importeur Kreppel zu verdanken. Der wollte im Prinzip den witzigen Franzosen für den hiesigen Markt eben auch in einer etwas großzügigeren Ausführung – und mit mehr Zuladung. Und man muss sagen, die Form des Liberty macht sich länger und mit zwei Achsen unter dem gestreckt wirkenden Aufbau, der auch in diesem Format nur 225 cm Breite misst, wirklich gut, womöglich noch besser als bei den kürzeren Versionen. Immerhin bringt es der große Liberty auf fast acht Meter Länge. Reichlich Platz also für ein komfortables Campingleben im Grundriss mit der ziemlich runden Rundsitzgruppe im spitzen Bug und den v-förmig zusammenlaufenden Einzelbetten im Heck. Bad und Küche haben ihren Platz über den Achsen.

Der Aufbau ist nicht nur ungewöhnlich geformt, er ist auch aufwendig konstruiert. Die in kleinen Stückzahlen manufakturmäßig in Handarbeit gefertigte Karosse ist komplett mit GfK beplankt und die Rahmenfenster sind ein deutliches Indiz für den Anspruch an Qualität und Standards der Wagen. Leichtmetallräder und die starken Applikationen am Bug machen auch den Auftritt des neuen Liberty im Wortsinne rund.

Innen bestimmen helles Holz und Chrom die Einrichtung. Teilweise weiße Klappen, helle Schichtstoffe und freundliche Polsterfarben machen die Wagen wohnlich modern. Das Bad ist als Variobad ausgeführt – will heißen, es ist auch zum Duschen geeignet. Bei dieser pfiffigen Raumsparlösung klappt die Einheit aus Waschbecken und Spiegel über die drehbare Kassettentoilette und schon hat man eine gut nutzbare Dusche ohne lästigen Vorhang. Gefertigt ist alles aus ultrasolidem GfK, was Haltbarkeit und Handling fördert, aber wiederum das Gewicht in die Höhe treibt. Serienmäßig ist ein 45-Liter- Frischwassertank an Bord, der optional auf 80 Liter erweitert werden kann. Einen Abwassertank gibt es nur gegen Aufpreis, was bei einer Duschvorrichtung ungewöhnlich ist.

Die Küche lässt neben dem nur zweiflammigen Kochfeld und der Rundspüle mit eleganter, hoher Chromarmatur noch Arbeits- und Abstellfläche frei. Hochkühlschrank mit 132 Litern Volumen, Dunstabzug und große Auszüge machen den Kochbereich komplett.

Die Rundsitzgruppe, die auch wirklich so genannt werden darf, ist zum Bett umbaubar und recht komfortabel. Das markante Spitzfenster im Bug lässt sich öffnen, ist aber nicht ganz leicht zu bedienen. Die Diskussion um seitliche Fenster wurde glücklicherweise ad acta gelegt, denn erst mit ihnen wird es hier licht und weit. Alle Fenster sind ausstellbar und mit komfortablen Kombirollos ausgestattet.

Die gesamte Technik im La Mancelle Grand Liberty 600 ist auf Oberklasse-Niveau – was der Einstiegspreis von knapp 49.000 Euro auch verlangt.

Bildergalerie

Infobox

Technische Daten: La Mancelle Grand Liberty (2022)

Fahrzeuglänge/-breite: 7,90/2,25 m

Zulässiges Gesamtgewicht: 2.500 kg

Masse im fahrbereiten Zustand: circa 1.700 kg

Preis: ab rund 48.000 Euro

Redaktion
Volker Stallmann
Seit September 1998 ist Volker Stallmann Teil der CCC-Redaktion und zuständig für Caravan- und Autotests.
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