Wenn einer eine Reise tut, dann nutzt er dabei Alltäglichkeiten, die irgendwann früher undenkbar waren. Zwar ist das fliegende Caravan-Gespann noch Fiktion, ein Multimedia-Cockpit im Zugwagen mit Kontakt via Navigationssystem zu gleich mehreren Satelliten aber eher selbstverständlich. Menschen noch vor 60 Jahren hätten spätestens bei dem Wort „Satellit“ gestutzt: „Was soll denn das sein?“

Zu beleuchten, was in der Welt aktuell ist, gilt deutschlandweit als großes museales Thema: „Wir sind ein nicht-markengebundenes Oldtimermuseum“, sagt Museumsdirektorin Susanne Hinzen, „aber wie gehen wir mit den Fahrzeugen der Gegenwart um?“ Diese Frage begleitet das Team im Erwin-Hymer-Museum, seit es vor vier Jahre eröffnete – immer wieder neu angeregt durch Museumsbesucher.

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Der neue Ausstellungsbereich im Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee besteht – noch – aus nur einem Fahrzeug, dazu kommen sehr viele Einzelelemente. Foto: Claus-Georg Petri

Nun gibt seit Ostern ein neuer Ausstellungsbereich Antwort auf die Frage nach der Zukunft des mobilen Reisens. Dass es sich dabei um einen noch jungen Teil des prächtig ausstaffierten Museums handelt, erkannt der Betrachter an der Anzahl der Exponate: Genau ein Fahrzeug demonstriert, was schon heute für Visionen in Richtung morgen weisen.

Am Beispiel der Studie Vancouver von Hymercar auf Mercedes-Benz V-Klasse, das Freizeitfahrzeug basiert auf einer Kooperation von Hymercar, Daimler und dem Designbüro Studio Syn, ist zu erkennen, wie modulare Bauteile aus einem alltagstauglichen Van ein freizeitfähiges Mobil zaubern. Susanne Hinzen erklärt: „Zukunft beginnt mit den Ideen von Visionären in der Gegenwart.“

Zu denken, mit diesem Fahrzeug sei der museal-futuristische Ausflug schon wieder zu Ende, wäre allerdings falsch. Damit würde das Museum seinem Anspruch nicht gerecht, einen Sehnsuchtsort Zukunft in die Dauerausstellung zu integrieren – als lebendige Abteilung, als sich laufend wandelnder und stetig erneuernder Bereich.

Dessen zentrales Element bildet das Zukunftscockpit. Kinder lassen hier an der Ideenmaschine ihrer Fantasie freien Lauf. Das funktioniert mit einem großen Block und einem Stift: Am Entwicklerbuch lassen sich Ideen in Skizzen festhalten. Die könnten irgendwann gezeigt werden.

Oder es geht an einen Touchscreen. Dort hilft der sympathische digitale Helfer R-Win 4.0 dabei, ein eigenes Traummobil der Zukunft entwerfen. Es entstehen individuelle digitale Bilder aus Reiseziel und Gefährt, Antrieb und Zubehör.

2016-05-31T10:41:28+00:00News, Unterhaltung|0 Kommentare