Wir wollten unserem Bulli nicht einfach einen normalen Wohnwagen hinten dran hängen. Es sollte ein kleiner Bruder sein“, erklärt Martin Knorrek sichtlich stolz. Der gelernte Konstruktionsmechaniker und seine Lebensgefährtin Nathalie Liebel aus der Nähe von Berlin zauberten aus einem roten Unfallfahrzeug den Hänger ihrer Träume: „Die Rohkarosse haben wir über ein Inserat in einer T4-Facebook-Gruppe gefunden.“ Rüdiger 2.0 ist von hinten identisch zum T4 der beiden.

DSC_0044

Bild 1 von 4

Das Selbstausbauerpaar Martin Knorrek und Nathalie Liebel aus Berlin hat innerhalb von sieben Monaten einen kleinen Bruder für ihren T4 Atlantis Multivan gebaut.

Von vorn betrachtet fehlt das komplette Fahrerhaus. An dieser Stelle befindet sich heute die Deichsel. Als Basis für den Hänger diente dem Pärchen das Chassis des Bullis. Für mehr Stabilität und eine anständige Zugachse brachten die beiden Stahlquerträger an. Wo das Fahrerhaus war, bedecken nun zwei Alu-Bleche die Front. Da der Hänger auf der eigenen Achse steht, sind die beiden sogar als Hersteller beim TÜV geführt. Viele Schraub-, Spachtel- und Lackierarbeiten später sah Rüdiger 2.0 seinem großen Bruder schon etwas ähnlicher. „Martin hat das Glück, einen coolen Chef zu haben. Wir durften fast alles in seiner Werkstatt für Lkw-Aufbauten werkeln und der TÜV hat regelmäßig vorbei geschaut“, erklärt Nathalie. Nachdem der nackte Hänger fertig war, ging’s an die Möbel. „Wir wollten einfach ein Wohnzimmer und Küche als Erweiterung zu unserem Schlafzimmer im Bus.“

Flauschiger Teppich, eine gepolsterte Sitzecke, gestreifte Tapete und ein uriges Lämpchen verbreiten im Licht der LED-Leiste eine gemütliche Stimmung. Es fehlt allerdings auch nicht an praktischen Dingen. Hinter der Kofferraumklappe kommt eine Küchenzeile mit Edelstahlspüle und Zweiflammkocher zum Vorschein. Stauraum für Lebensmittel haben die beiden in Fächern im Küchenmodul und unter den Sitzbänken untergebracht. Versorgt wird der VW-Caravan durch eine eigene Bordbatterie. Der Clou: Wo einst der Tankstutzen Diesel verschlang, nimmt eine 230-Volt-Steckdose dankbar Ladung entgegen. Von Oktober 2015 bis Mai 2016 hat der Ausbau gedauert.

Auf die Frage hin, wie die beiden auf den Namen gekommen sind, geraten sie ins Schwärmen: „Das erste Mal mit dem Bulli unterwegs auf der Insel Rügen und dort ist uns der Name eingefallen. Da war dann klar, dass der Hänger Rüdiger 2.0 heißen wird.“

Fotos: Martin Knorrek, Katharina Wolter

2017-02-28T14:00:18+00:00News, Unterhaltung|0 Kommentare