Ins schöne Allgäu sollte es gehen. Der Campingplatz war auch gefunden – Via Claudia Camping in Lechbruck. Zwei Wochen über Pfingsten wollte Familie Schröder Caravan-Urlaub machen. Das Risiko jedoch, spontan hinzufahren, schien wegen möglicher Überfüllung zu groß – also ran an den Computer und mal schauen, was da geht. In der Hotellerie ist es ja gang und gäbe, Zimmer über Portale wie booking.com, trivago oder HRS zu buchen, aber Stellflächen auf dem Campingplatz?

Die Probe aufs Exempel. CCC checkte vier Plattformen, die Standplätze auf Campingplätzen vermitteln – camping.info, campsy.de, pitchup.com und suncamp.de. Alle Portale haben eines gemeinsam – es sind gleichzeitig auch Bewertungsplattformen, auf denen Camper Erfahrungen schildern.

Die Redaktion wählte einen Campingplatz, der sich allen Portalen angeschlossen hat: Via Claudia Camping. Und fütterte sie mit denselben Parametern: zwei Erwachsene, zwei Kinder (5 und 15 Jahre alt), 14 Tage vom 2. bis 16. Juni, Komfort-Stellplatz. Würde der Gast direkt per Telefon den Gesamtpreis erfragen, käme mit allen Positionen eine Summe von 651 Euro zustande.

Campsy errechnete für denselben Zeitraum eine Gebühr von 541,80 Euro. Etwas irreführend: Stromkosten (42 Euro) und Tourismusabgaben (67,20 Euro), die exakt die Differenz zum Angebot via Telefon ausmachen (90,80 Euro), werden dort nicht aufgeführt, sondern erst mit der Bestätigung nachgereicht. Fabian Gartmann, bei Campsy verantwortlich für die Optimierung, verspricht: „Diese Posten werden wir demnächst einbinden.“ Das Berliner Buchungsportal ist gerade mal ein Jahr am Markt.

Sobald der Campingplatz dem Buchungsportal Stellflächen-Kontingente zur Verfügung stellt, ist der Nutzer in der Lage, direkt über das Portal zu buchen. Ansonsten geschieht das über Buchungsanfragen, die direkt an den Campingplatz weitergeleitet werden. Wie das in diesem Beispiel bei Campsy der Fall ist. Gartmann: „Das ist die Entscheidung des Campingplatzes, Verfügbarkeit und Preise zu regeln. Wir haben auch Dutzende von Beispielen mit Direktbuchung.“ Sobald der Campingplatz die Buchung bestätigt hat, schickt das Buchungsportal dem künftigen Gast eine E-Mail. Darin wird erklärt, wie die Buchung abzuschließen und zu bezahlen ist.

Stornierungskosten fallen keine an, vorausgesetzt, man macht’s 30 Tage vor Urlaubsbeginn. Wird der Vertrag acht Tage davor gelöst, kostet das immerhin noch 20 Prozent, danach den gesamten Betrag.

2017-05-31T12:34:47+00:00 Praxis|Kommentare deaktiviert für Per Mausklick zur Parzelle