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Internet im Wohnwagen

Unterwegs online

Eine stabile Internetverbindung ist wichtig. Aber wie lässt sich das World Wide Web am besten in den Caravan holen? Ein Ratgeber zu Internet im Wohnwagen.

Mobiles Internet erleichtert das Leben außerordentlich: Schnell mal die nächsten Campingplätze entlang der Route checken, eine App zur Navigation nutzen, den aktuellen Wetterbericht abrufen, Infos zu Sehenswürdigkeiten am Wegesrand googeln oder abends ganz bequem die Lieblingsserie streamen. Ganz offensichtlich: Die Gründe sind mannigfaltig, warum Camper auch unterwegs nicht auf eine leistungsfähige Internetverbindung verzichten wollen. Dabei zeigen die genannten Beispiele, dass mit dem Komfort auch die Sicherheit während der Reise deutlich steigen kann. Doch nichts ist nerviger, als sich mit einer langsamen Verbindung abzumühen, vorausgesetzt es gelingt überhaupt, eine aufzubauen. Von Komfort keine Spur. Was also tun?

Internet kommt auf verschiedenen Wegen in den Caravan: über das Mobilfunknetz, ein lokales WLAN-Netz – oder ganz exklusiv – via Satellitenanlage auf dem Dach, beispielsweise von Crystop. Diese Option lohnt sich aber aufgrund der hohen (Verbindungs-)Kosten meist nur für die kommerzielle Nutzung, etwa wenn Camper aus beruflichen Gründen permanent auf eine stabile Internetverbindung vertrauen müssen. Sehr viel günstiger sind Internetverbindungen via Mobilfunknetz und/oder lokale WLAN-Netze. Ein Einblick in attraktive Systeme.

1. WLAN-ANTENNE: LOKALE WIFI-NETZE IN DEN CARAVAN HOLEN

Der kostengünstigste Weg für Internet im Wohnwagen besteht in der Nutzung eines lokalen WLAN- oder WiFi-Netzes, also eines kabellosen Funknetzes. Diese finden sich weltweit, einige 100 Millionen sind es derzeit schon. Apps wie beispielsweise Netspot oder Wiffinity helfen, lokale Netzwerke zu finden, einige ermöglichen sogar, deren Sicherheitsstandard zu überprüfen. Denn nicht alle offenen WLAN-Netze sind sicher. Online-Banking empfiehlt sich hier sicherlich nicht. Dennoch kann man sich auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants oder Bahnhofs – oder eben auf dem Campingplatz – mal schnell einen Zugang ins WWW legen. Handy oder Tablet anschalten, in den Einstellungen WLAN aufrufen und entsprechendes Netzwerk auswählen. Bei gesicherten Netzwerken nun noch das entsprechende Passwort eingeben, fertig.

Je nach Standort und Entfernung zum WLAN kann die Signalstärke allerdings recht dünn sein, wenn das Netz überhaupt zu empfangen ist. Paradebeispiel: der Stellplatz im hintersten Winkel des Campings, weit weg vom WLAN-Netz an der Rezeption. In diesem Fall helfen WLAN-Antennen, den Empfang dieser Netze zu optimieren – WLAN-Antennen optimieren also die Signalqualität und blenden Störgeräusche aus – sie sind aber keine Verstärker. Ein leistungsschwaches, langsames WLAN, wie es auf vielen Campingplätzen Standard ist, lässt sich damit nicht grenzenlos aufpimpen, insbesondere wenn die Bandbreite reduziert ist und schon Dutzende andere Nutzer den Datenkanal nutzen.

Grundsätzlich ist es daher sinnvoll, eine möglichst große Antenne zu wählen, die im Bedarfsfall aufs Caravandach gestellt wird. Diese Antennen können, je nach Bauart, WLAN-Netze bis zu einer Entfernung von einigen Kilometern einfangen und optimieren. Die perfekte Ergänzung: ein WLAN-Router, der das Signal der Antenne aufnimmt und ein lokales WLAN-Netz im Wohnwagen erzeugt, in das sich nahezu unbegrenzt Handys und Laptops einloggen können. Kostenpunkt für diese Lösung: WLAN-Antenne ab 40 Euro, einfacher WLAN-Router ab circa 60 Euro.

2. MOBILFUNKNETZ: VIA LTE UND DATENKARTE INS INTERNET

Findet sich kein lokales WLAN, muss Internet via Mobilfunk an Bord. Die einfachste Lösung hierfür ist ohne Frage das eigene Smartphone. In den meisten europäischen Ländern sind Roaming-Gebühren abgeschafft – der kostengünstige Weg ins Internet ist somit frei. Doch aufgepasst: Die meisten Anbieter limitieren fürs Ausland das Datenvolumen. Stehen dem Nutzer per Datenflat im Inland drei GB zur Verfügung, sind es im Ausland meist deutlich weniger. Also Tarif checken und gegebenenfalls anpassen.

Besser: eine Daten-SIM des jeweiligen Reiselandes besorgen. Zum einen sind Datentarife im Ausland meist deutlich günstiger als in Deutschland, zum anderen hat man über die Prepaid-Karten eine hervorragende Kostenkontrolle. Wer ein Handy mit Fach für eine zweite Karte hat (Dual-SIM), ist fein raus. Einstecken und beim Surfen die Zweitkarte verwenden. Wer einen persönlichen Hotspot auf dem Handy einrichtet, ermöglicht Mitreisenden den Zugang ins Internet. Vorteil: Über die Zweitkarte bleibt die eigene Handynummer weiterhin aktiv, man ist jederzeit von Freunden unter der bekannten Nummer zu erreichen. Mit nur einer Karte ist die eigene Rufnummer bei Nutzung der ausländischen Daten-SIM erst einmal inaktiv.

Doch dieses Problem lässt sich elegant umgehen: durch die Nutzung eines mobilen WLAN-Routers. Die kleinen Kästchen, etwa von Netgear oder Huawei, verfügen über einen integrierten Akku und bauen ihr eigenes WLAN-Netz auf. Datenkarte des Reiselandes einstecken und schon können sich mehrere Personen/Geräte gleichzeitig mit dem Internet verbinden. Download- und Uploadvolumen der mobilen Hotspots sind denen leistungsfähiger Handys aber nicht unbedingt überlegen. Für einen guten WLAN-Router rufen renommierte Anbieter wie Huawei und Netgear schnell rund 150 Euro und mehr auf.

Ein mobiler Router bietet unkomplizierten Internetzugang via Mobilfunk.

3. EMPFANGSQUALITÄT VERBESSERN: ANTENNEN

Ganz egal, ob nur das eigene Handy oder der Router sich mit dem Funknetz verbinden – dieses muss mit vernünftiger Signalstärke vorhanden sein. Für den reibungslosen Empfang sollte es am besten in LTE- oder künftig 5G-Qualität vorliegen. Denn im tiefen Funkloch liefert weder ein Handy noch ein mobiler Hotspot Internet. Miladin Mechenbier vom Spezialhändler FTS Hennig gibt zudem zu bedenken, dass der Internetempfang im Caravan grundsätzlich stark eingeschränkt sein kann, da die Wände das Mobilfunk-Signal abschirmen – und Mechenbier kennt die Problematik – immerhin hat FTS Hennig bereits Hunderte Camper auf dem Weg zur besten Internetversorgung im mobilen Zuhause beraten.

Kurzum: Ein Signaloptimierer in Form einer LTE-Antenne muss her. Im Fenster oder auf dem Dach platziert, sichern sie deutlich besseren Empfang. Der Elektrofachhandel bietet diese Antennen schon ab 20 Euro an, preislich wie qualitativ sind die Grenzen offen. Eine interessante Lösung in mittlerer Preislage kommt von der Firma MiWire: Die motorgetriebene Antenne richtet sich permanent und automatisch zum nächstgelegenen Mobilfunkmasten aus. Ein Router ist integriert. MiWire verspricht Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s Download und 50 Mbit/s Upload. Ohne LTE-fähige SIM-Karte und Halterung kostet das Gerät 649 Euro.

Der motorgetriebene LTE-Outdoor-Router von MiWire richtet sich automatisch zum nächsten Mobilfunkmasten aus.

4. KOMBI-ANTENNE FÜR WLAN UND MOBILFUNK: DIE GROSSE LÖSUNG

Wer bereit ist, noch mehr Geld in die Hand zu nehmen, setzt auf die Rundum-Sorglos-Lösung. Dafür montiert man sich eine leistungsfähige Kombi-Antenne aufs Dach, mit der sich Internet sowohl via LTE als auch über lokale WLAN-Netze in den Caravan holen lässt. Solche Breitbandantennen firmieren unter der Bezeichnung MIMO (Multiple Input, Multiple Output), weil sie mehrere Sende- und Empfangselemente nutzen. Auch GPS-Empfang ist meist mit dabei. Unabdingbar ist dann natürlich auch ein entsprechend leistungsfähiger Router, der die Signale der Antenne verarbeiten kann. Auf diese Weise lässt sich das Internet dann sogar unterwegs nutzen, etwa wenn die Kinder während der Fahrt einen Film streamen wollen.

Kostenpunkt: Eine leistungsstarke MIMO-Antenne kostet allein mehr als 200 Euro, ein Router, der alle Signale auch verarbeiten kann, in der Premium-Ausführung bis zu 1.500 Euro. Dazu kommen noch Kabel und ein monatlicher Daten-Tarif. Markus Köllmayer, Geschäftsführer der Allradmanufaktur Exploryx, ergänzt: „Leistungsfähige Internetlösungen für Kunden sind, je nach Anspruch, sehr individuell.“ Bei der Ausrüstung seiner 4×4- und Expeditionsfahrzeuge verweist er zur Beratung gern an FTS Hennig – und montiert dann die empfohlene Hardware. Gefragt seien derzeit vor allem Lösungen, die auch in Übersee wie etwa in den USA funktionierten.

 

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