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TomTom Go Camper & Garmin Camper 890

Die Spezialisten: Navigationsgeräte für Wohnwagen

Vom Smartphone beinahe komplett verdrängt, sind die mobilen Navigationsgeräte für Wohnwagen noch immer bequemer und vor allem zuverlässiger.

Mobile Navigationsgeräte, hier kurz Navis genannt, gibt es noch gar nicht so lange – und dennoch ist für viele Nutzer ihre Zeit schon vorüber. 2001 kam das erste mobile TomTom-Navi für Pkw auf den Markt, 2002 folgte Navigon, die 2011 von Garmin übernommen wurden. Heute hat jeder ein Smartphone, welches das mobile Navi im Auto fast komplett überflüssig macht. Auch ohne kostenpflichtige Apps oder Downloads kommt man von A nach B – stets aktuell, vorausgesetzt, man hat Daten-Empfang und genügend Daten-Volumen.

Navigationsgeräte für den Wohnwagen: Garmin oder TomTom?

Aber es soll ja nicht um die Frage Navi oder Handy gehen, sondern um spezielle Camper-Navis, und die kommen in diesem Fall von TomTom und Garmin. Sie bieten neben der reinen Navigation auch Datenbanken zu Campingplätzen und Tourismus sowie die Eingabe der Fahrzeugdaten für eine angepasste Navigation.

Foto: TomTom

TomTom Go Camper

Das TomTom Go Camper reiht sich von der Form, Bauweise und Bedienung her nahtlos in die TomTom-Baureihe ein. Die Bildschirmdiagonale beträgt 6 Zoll, gut 15 Zentimeter, die Bildschirmauflösung ist 800 mal 480 Pixel, der interne Akku hat eine Laufzeit von einer Stunde. Über Bluetooth und WiFi kann das Gerät mit dem Smartphone kommunizieren und wird somit gleichzeitig eine Freisprecheinrichtung fürs Mobiltelefon. Für andere Datendienste hat das TomTom eine SIMKarte eingebaut, über die es Verkehrsmeldungen und Warnungen empfängt.

Garmin Camper 890

Das Garmin Camper 890 spielt in einer ganz anderen Liga. Das Gerät ist zwar auch mit einer Bildschirmdiagonale von 7 Zoll erhältlich, wir testen aber das 8-Zoll-Gerät, das mit Diagonalen von über 20 Zentimeter größer ist als ein iPad Mini. Die Bildschirmauflösung hat 1.280 mal 800 Pixel, die Anzeige ist gestochen scharf und entsprechend groß, dass man auch bei einer Anbringung mit einer Armlänge Abstand alles erkennen kann.

Das Garmin ist mit 387 Gramm gut 125 Gramm schwerer als das TomTom, hat dafür aber auch einen integrierten Akku, der rund zwei Stunden ohne Ladekabel auskommt. Das ist gar nicht verkehrt, denn auf dem Garmin sind die gespeicherten Funktionen so bequem, übersichtlich und ausführlich abrufbar, dass man damit auch gemütlich im Bett noch die weiteren Routen planen und speichern kann.

Foto: Garmin

TomTom Go Camper: Menüführung und Funktionen

Die Menüführung des TomTom gleicht zuerst einmal der des normalen Go. Für die Camper-Einstellungen muss man zuerst die entsprechenden Sonderziele, die Points of Interest, kurz POI, auswählen. Bei dem Umweg über die Einstellungen kann man direkt seinen Fahrzeugtyp wie Pkw, Pkw mit Wohnwagen, Camper bis 3,5 Tonnen- und Camper über 3,5 Tonnen-Gesamtgewicht, die Fahrzeugmaße und die gewünschte Höchstgeschwindigkeit eingeben. Danach steht der sofortigen Suche nichts im Weg. Auf dem Gerät sind über 50.000 Sonderziele speziell für Camper gespeichert, die hinterlegten Infos stammen von ACSI, ADAC Campings, ANWB und Campercontacts.

Auf dem Display werden einem die einzelnen Symbole angezeigt, wenn man darauf tippt, kann man die zusätzlichen Informationen abrufen und sich gegebenenfalls dorthin navigieren lassen. Das ist ganz praktisch, zeigt es einem doch nicht nur Camping- und Stellplätze, sondern auch Entsorgungsstationen an. Will man auf einen bestimmten Platz, gibt man direkt den Namen ein – meist wird das Ziel auf allen Portalen gelistet und es bleibt einem überlassen, auf welche Bewertung man zurückgreifen möchte. Allerdings findet man hier auch häufig Fehler in den Daten, wie etwa falsche Öffnungszeiten oder Telefonnummern. Also besser nicht blind darauf verlassen.

Garmin Camper 890: Menüführung und Funktionen

Das Garmin-Gerät ist erklärtermaßen ein ganz anderes Kaliber. Allein schon durch die Größe ist auf dem Display viel mehr untergebracht, versteckte Funktionen im Untermenü gibt es kaum. Auch hier kann man sich auf der Übersichtskarte POI im näheren oder weiteren Umfeld anzeigen lassen und bekommt gleich ein paar Infos dazu. Das Garmin enthält die Daten von ACSI, Campercontacts und Trailers Park, man kann aber wie beim TomTom auch weitere Daten von anderen Anbietern zusätzlich aufspielen.

Auch wenn die Menüführung und die ganzen zusätzlichen Informationen zuerst total begeistern, hat das Teil auch seine Macken. So scheint der Prozessor teilweise mit der Datenflut überfordert zu sein. Routenneuberechnungen sind teilweise etwas zäh und es kann auch schon mal vorkommen, dass sich das Garmin komplett aufhängt und nur ein Neustart hilft. Wenn es läuft, ist das Garmin mit all seinen zusätzlichen Informationen und Features natürlich viel interessanter. Hat es seine Aussetzer, wünscht man sich vielleicht doch ein einfacheres Gerät.

Die Preise

Knapp 400 Euro ruft TomTom für das Camper-Navi mit lebenslangen Kartenupdates auf, im Online-Handel liegen die Preise bis zu 20 Prozent darunter. Das deutlich größere Garmin Camper 890 hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 536 Euro und wird online ab 440 Euro gehandelt. Ganz günstig sind die Geräte also nicht.

Navigationsgeräte für Wohnwagen: Fazit

Das TomTom Go Camper ist relativ klein, kompakt und zuverlässig. Das Garmin ist ein tolles Spielzeug mit vielen Extras – die teilweise auf Kosten der Performance gehen. Wer ein einfaches Gerät zum Navigieren sucht, ist mit dem TomTom Go Camper – oder einem anderen TomTom-Gerät, auf dem man seine POIs installieren kann, gut bedient. Das Garmin dagegen bietet mehr Unterhaltung, zusätzliche Informationen und durch seine Größe einen höheren Bedienkomfort – ist in der Praxis aber nicht immer „zielführend“.

Infobox

Den kompletten Praxistest Navigationsgeräte für Wohnwagen lesen Sie in Camping, Cars & Caravans 5/2021.

Redaktion
Andreas Güldenfuß
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