Radtour in Andechs im Fünfseenland

Radeln rund um Seen

Bierliebhaber schnalzen bei diesem Namen sofort mit der Zunge. Kein Wunder, wird doch in der Klosterbrauerei Andechs nachweislich seit 1455 Bier gebraut – noch dazu das ganze Jahr über Bockbier. Das ist einmalig in einer deutschen Klosterbrauerei. Nur ein kleiner Teil der 100.000 Hektoliter, die das Kloster pro Jahr ausstößt, wird direkt am Brauort ausgeschenkt. Dennoch dürfte es kaum einen Besucher geben, der nicht einen Schluck dieses leckeren Getränks im Braustüberl, auf der Terrasse oder im Brauereigasthof kostet.

Mal abgesehen vom kräftigen Schluck: Es lohnt sich, die Gegend rund um den Heiligen Berg Bayerns zu erkunden, auf dem Kloster Andechs thront. Dieser Teil Oberbayerns entspricht der Vorstellung bajuwarischer Lebensart wie kaum ein anderer. Dazu trägt die Natur bei, wo die letzte Eiszeit fünf unterschiedlich große Seen mit jeweils eigenem Charakter hinterlassen hat.

Wer sein Fahrrad dabei hat, um das Voralpenland zu erkunden, ist gut dran. Weil das einst Gletscher und Moränen überformten und es deshalb Hügel hat, ist noch besser dran, wer mit einem E-Bike losradelt. Diesen Vorteil haben auch findige Vermieter erkannt und bieten die elektrisch unterstützten Räder in vielen Städten um die Seen an. Mit mehr oder weniger Muskelkraft also lässt sich die Fahrradroute genießen, die zu den fünf Seen führt, bayerische Gastlichkeit nicht auslässt und sogar ein Seebad als Ziel hat. Der Einstieg zu einer gut 30 Kilometer langen Tour funktioniert super an besagtem Stellplatz vor Kloster Andechs. Einfach der Straße in Richtung Erling folgen, wo ein wunderbar oberbayerisches Ensemble aus Maibaum, Kirche mit Zwiebelturm und historischer Dorfschmiede auf die Radler wartet. Von hier führt ein Radweg durch ein Waldstück vorbei am Unteren und Oberen Weiher auf einen Höhenzug voller wogender Kornfelder – und dem Blick westwärts zum Ammersee.

Auf der nahen Ilkahöhe samt gottesfürchtigem Kirchlein mit Zwiebelturm und Restaurant empfiehlt es sich, eine kleine Pause einzulegen – schon des Ausblicks wegen: Von der 726 Meter über NN hohen Moräne der Würmeiszeit aus ist der Starnberger See sichtbar. Den Horizont markieren die Alpen. Nun rollen die Räder abwärts durch Tutzing zum Nordbad. Der Eintritt in dieses Kleinod am Ostufer des Starnberger Sees ist frei. Hier eine Stärkung mit bayerischen Leckereien einzulegen, erweist sich als ein Vergnügen, ist das Restaurant doch auf den See hinausgebaut. Das Flair in dem Nostalgie-Bad bestimmen Stand-up-Paddler, Surfer und Segler, die von hier aus in See stechen. Tipp: Wer’s lieber ohne Gerät mag, schwimmt einfach hinaus auf den See. Oder genießt ein Weißbier mit Aussicht. Zurück nach Andechs geht es über eine kleine Straße, welche die Orte Traubing, Aschering und Landstetten verbindet. In letzterem Ort geht es links ab über die Andechser Straße zurück nach Erling und von dort zum Ausgangspunkt.

Wie die etwa 50 Kilometer lange Runde zu den anderen vier Seen verläuft, erfahren Sie in Juli-Ausgabe von Camping, Cars und Caravans.

  • Info: Tourist Information Starnberg, Hauptstr. 1, 82319 Starnberg, Tel.: 08151/90600
    Tourist Information Herrsching, Bahnhofsplatz 3, 82211 Herrsching, Tel.: 08151/906040

  • Text: Claus-Georg Petri

  • Bild: Claus-Georg Petri

2018-06-20T10:09:05+00:00Reise, Reiseberichte, Teaser Startseite 2|Kommentare deaktiviert für Radeln im Fünfseenland