Warum wird das gebirgige Slowenien als Urlaubsregion eigentlich nicht stärker wahrgenommen? Slowenien-Kenner fragen sich das schon immer, freuen sich aber heimlich darüber, dass es so ist, denn die Schönheit der Natur wird eben noch nicht durch große Freizeitanlagen und viel Verkehr beeinträchtigt. Slowenien, insbesondere die Hochgebirgsregion um Triglav, Mangart und Vogel, ist ein Traumziel für Naturliebhaber, insbesondere Kajakfahrer, aber auch Mountainbiker und Wanderer.

Während der Norden der Region mit dem See von Bled und der Skiregion um Kranjska Gora recht bekannt ist, kennen nur wenige das Quellgebiet der Soča. Sie entspringt in den Julischen Alpen, fließt als kristallklarer, türkisfarben bis smaragdgrün leuchtender Wildfluss aus der Triglavregion in Richtung Süden. Unterhalb von Solkan quert der Fluss die Grenze nach Italien. Dort heißt er dann Isonzo und mündet etwa 15 Kilometer östlich von Grado in die Adria.

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Die kleinen Campingplätze an den verschiedenen Flussläufen sind das Mekka für Wildwasserfahrer. Foto: Erik Fischer

Diese Nähe zum Meer sorgt dafür, dass die Soča sich tief in die Berge eingeschnitten hat. Dementsprechend imposant ist die umgebende Bergkulisse. Die Gegend um den Ort Bovec ist mit nur neun Einwohnern pro Quadratkilometer nur sehr gering besiedelt. Das kleine Örtchen hat rund 1.600 Einwohner. Es gibt nette Lokale, zwei Eisdielen, einen Supermarkt und gleich mehrere Sportgeschäfte sowie Anbieter von Naturerlebnissen wie Rafting- oder Canyoning-Touren. Für Unterhaltung und Schlechtwetter-Programm ist also gesorgt.

Die Campingplätze hier liegen auf rund 400 Meter Seehöhe, was für tolle Temperaturen bis in den Herbst sorgt, aber die das Tal umrahmenden Berge wie der Kanin und Sella Nevea sind über 2.400 Meter hoch. Das Klima im Sočatal ist aber deshalb auch etwas weniger mediterran, als man nach der Meereshöhe annehmen würde. Das Kleinklima sorgt aber für eine üppige Vegetation und satte grüne Wiesen, die den Aufenthalt in den Bergwäldern zu einem besonderen Erlebnis werden lassen.

Aber warum sind wir hier? Die kleinen Campingplätze an den verschiedenen Flussläufen sind einfach das Mekka für Wildwasserfahrer. Direkt an der Mündung des Wildflusses Koritnica in die Soča gibt es Kamp Toni, Kamp Liza und Kovac. Die Plätze liegen so dicht beieinander, dass man sie als eine Einheit wahrnimmt. Und eigentlich machen wir es auch so. Einkaufen geht man bei Liza’s. Dort gibt es morgens frische Brötchen und abends eine zünftige Mahlzeit. Etwas weiter oben am Hang gibt es zwei weitere Plätze, Vodenka und Polovnik, die näher am Ort selbst liegen. Für den einen oder anderen Camper mögen sie eine Alternative sein, denn die Abfahrt zu den Campingplätzen Toni, Liza und Kovac ist schmal und steil. Und wer das Rückwärtsfahren mit dem Gespann nicht mag, sollte bei der Abfahrt jemanden zu Fuß vorausschicken, der den Gegenverkehr erkundet, denn zwei kommen nicht aneinander vorbei.

2016-11-28T09:00:16+00:00 Reise, Reiseberichte|Kommentare deaktiviert für Noch ein Geheimtipp