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Vergleich: Knaus Sport 650 FDK und Knaus Südwind 650 FSK

Wie viel Knaus soll´s denn sein?

Die Jandelsbrunner bieten etliche Grundrisse in verschiedenen Baureihen an – dazu manche noch als Sondermodelle. Welche Variante ist das beste Angebot?

Auch beim Camping ist bei vielen Komfort angesagt. Doch muss es wie zu Hause sein oder darf der Urlaub mit dem Caravan auch ein wenig wie früher sein? Heizung ja, Klimaanlage nein – Rangierantrieb oder Hilfe von der Nachbarparzelle – großer Fernseher und Soundsystem oder einfaches Radio – schicke Glattblechwände oder Hammerschlag – die Liste schöner und praktischer Dinge ist lang. Und sie stellt den Camper vor die Frage, was davon man selbst braucht, brauchen zu meint oder möchte. Und in welcher Kombination man das am besten, sprich möglichst günstig, bekommt.

Bei Knaus zum Beispiel stellt sich die Frage: Reicht der einfachere Sport oder soll es doch der Südwind sein? Und wenn es schon der Südwind wird, dann womöglich gleich die 60 Years Edition, das 2021er-Jubiläumsmodell mit viel Sonderausstattung?

Da sind Rechenkünste gefragt, denn natürlich gibt es im Sport wie im Südwind viele Extras in den üblichen Ausstattungspaketen günstiger als bei Einzelbestellung, was die Frage nach dem besten Angebot nicht leichter macht. Am Beispiel des neuen Tandemachsers für Familien sucht CCC die Antwort auf die Frage: Wie viel Knaus darf oder muss es sein? Als Sport heißt der Grundriss mit französischem Bett vorn, Mitteldinette und Stockbetten nebst Kindersitzgruppe im Heck 650 FDK. Als Südwind heißt er mit anderem Möbel im Einstieg und einer Rundsitzgruppe statt Dinette 650 FSK.

Spannend wird es bei der buchstäblichen Preisfrage. Die Listenpreise von Südwind und Sport liegen schon spürbar auseinander – der Sport ist serienmäßig gut 4.000 Euro günstiger als der Südwind. Dafür gibt es freilich im Südwind mehr Ausstattung, eine etwas andere Möbeloptik, eine leicht geänderte Fahrzeuggrafik samt Pro.Tec-Kantenleiste und den etwas aufwendigeren Grundriss.

Um das noch etwas interessanter zu machen, ist der Südwind in der sehr viel besser ausgestatteten 60 Years-Version zu haben. Besieht man sich deren Preis im Verhältnis zur gebotenen Ausstattung, muss man schon sehr viel Wert auf „einfacher campen“ legen, um nicht zumindest über diese Variante nachzudenken.

Nun ist der Vergleich im Detail aber nicht so einfach. Die Extras der 60 Years- Modelle gibt es zum Teil nur für diese Modelle, andere sind dafür günstiger in Paketen zu haben. Da Knaus im Preisvergleich die höheren Einzelpreise ansetzt, stimmt die angegebene Ersparnis nur zum Teil. Wir haben uns den Sport im Vergleich mit dem Südwind 60 Years einmal genau angesehen und vergleichen sie auch mit dem normalen Südwind auf der Suche nach der Antwort auf die Preisfrage, welcher der Tandemachser denn nun das beste Angebot ist.

Übersichtlich ist die Sache beim Südwind 650 FSK 60 Years. Der kostet 35.800 Euro und hat von großen Alurädern über Glattblechwände und Premiumtür bis zum Ambientelicht, Soundsystem und Auflastung beinah alles an Bord, was Camping schöner macht, aber eben auch teurer. Das sind immerhin 6.000 Euro mehr als der serienmäßige Sport 650 FDK kostet und noch gut 1.800 Euro mehr als der Serien-Südwind.

Rüstet man die drei Wagen mit den essenziellen Zutaten des CCC-Vergleichspreises auf, kommt der Sport mit Ersatzrad samt Halter, Abwassertank und Fahrzeugpapieren auf 30.675 Euro, der Südwind auf 34.905 Euro und der Südwind 60 Years auf 36.590 Euro. Hier ist also der einfachere Knaus Sport ganz einfach auch der günstigste im Reigen.

Bildergalerie

Weniger einfach wird es, stehen der Sport und der normale Südwind möglichst vergleichbar ausgestattet dem Südwind 60 Years gegenüber. Finanziell sind da natürlich die jeweiligen Ausstattungspakete die günstige Wahl.

Der Sport 650 FDK kostet, auf dieser Basis soweit als möglich wie der 60 Years ausgestattet, knapp 34.800 Euro. Es sind dann Extras für gut 5.600 Euro an Bord. Das meiste davon im Plus- und im Designpaket erheblich günstiger als bei Einzelbestellung der Optionen. Der Südwind 650 FSK kommt so mit Extras für 8.775 Euro auf knapp 42.700 Euro. Die Extras sind hier soviel teurer, weil beim Südwind die große Panoramadachhaube nicht im Pluspaket enthalten ist und weil es den Südwind mit der gut 1.000 Euro teuren Sonderlackierung des 60 Years gibt, die der Sport auch als Extra nicht bekommt.

Überraschend: Der Knaus Südwind 650 FSK 60 Years ist nur 1.000 Euro teurer als der Knaus Sport 650 FDK mit beiden Paketen und den weiteren lieferbaren Extras. Da ist der normale Südwind mit fast 8.000 Euro über dem Sport abgeschlagen. Wollte man den Sport mit Einzeloptionen auf das Ausstattungsniveau des 60 Years bringen, wäre die Nobelvariante gar 2.300 Euro billiger – und das noch mit Optionen, die im Sport gar nicht zu haben sind.

Der gründliche Blick in die Preislisten lohnt also, auch wenn die unübersichtliche Preisgestaltung die Antwort auf die Frage, wie viel Knaus es sein soll, nicht einfacher macht. Ist ein Sport ohne alles überhaupt ein richtiger Knaus? Ist er – und wer es einfacher möchte, ist hier gut bedient. Verschleiert aber die Paketpolitik am Ende nicht nur schöne, doch unrealistische Listenpreise? Einfach ist da nur das „All-inclusive“-Modell – einfacher kaufen statt einfacher campen sozusagen.

Infobox

Den vollständigen Vergleichstest zwischen Knaus Sport 650 FDK und dem Knaus Südwind 650 FSK 60 Years, inklusive ausführlicher Tabelle zu Preisen und technischen Daten finden Sie in der Juni-Ausgabe von Camping, Cars & Carvans.

Redaktion
Volker Stallmann
Seit September 1998 ist Volker Stallmann Teil der CCC-Redaktion und zuständig für Caravan- und Autotests.
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