Fendt Bianco Selection 465 SFB im Test

Klassiker auf Abwegen

Wenn die Marconis mit dem Bianco zum Camping Via Claudia gehen, hat das ja fast schon zu viel italienisches Flair. Aber es klingt weitaus romantischer als vier Schwaben mit dem Fendt ins Allgäu – oder nicht? Aber Spaß beiseite: Der Wohntest mit dem Fendt Bianco Selection 465 SFB sollte zeigen, dass der klassische Grundriss mit Rundsitzgruppe im Heck, Küche und Schrank über der Achse und Bett mit seitlichem Bad im Bug auch für junge Familien taugt. Nichts geht über Etagenbetten, aber Lotta und Emilia haben in der umgebauten Sitzgruppe geschlafen wie die Engel und da die Fahrt im August erfolgte, sollte sich das Leben im Freien auf einem der schönsten Plätze im Allgäu abspielen.

Der für die Saison 2017 überarbeitete Bianco machte auf die Tester sofort einen modernen und hochwertigen Eindruck. „Die Polsterstoffe könnten etwas farbenfroher sein, sind aber recht unempfindlich“, urteilte Ines Marconi, die solche die Vorteile durchaus zu schätzen weiß. Der etwas beengende erste Eindruck vom Innenraum wurde bereits beim Beladen revidiert: „Da passt mehr rein, als man denkt.“ Bekleidung und Campingausrüstung der vier Reisenden schluckte der Bianco anstandslos und blieb hinter dem Audi Q3 lammfromm.

Auch die Bewegungsfreiheit im 465 SFB konnte sie überzeugen, denn im Toilettenbereich wie auch an der Küche geht es durchaus geräumig zu. „Man darf nur nicht denken, immer alles gemeinsam machen zu müssen, dann wird es eng“, lacht Franco Marconi. Besonders die Küche hat die Familie überzeugt. Der Dreiflamm-Kocher fand großes Gefallen und der deckenhohe Kühlschrank begeisterte die schwäbisch-italienischen Kochkünstler. In den Schubladen fanden Töpfe und das Geschirr, aber auch die Vorräte Platz. Hier gilt es nur, die Last nicht zu überschreiten, denn das Volumen lockt.

Ablagen und Fächer wurden von den Testern grundsätzlich gelobt: „Jede Ecke, jede Fläche wird genutzt, aber es wirkt nicht überladen.“ Nur in den Oberschränken würden sie sich auch noch ein paar Einlegeböden wünschen. Große Badehandtücher konnte Ines nirgends im Wagen trocknen, aber dafür gibt es ja noch den Trockenraum auf dem Campingplatz. Auch bei Licht und Luft kann der Bianco überzeugen. „Über Fenster und Dachhauben kann perfekt belüftet werden, allerdings lassen sich die Fenster von Kindern nur schwer schließen“, befand Ines Marconi, die auch von der vielfältigen Beleuchtungsmöglichkeit ausschließlich mit LED-Leuchten sehr angetan war.

Trotz August war es an manchen Tagen im Allgäu recht frisch, sodass die Heizung zum Einsatz kam. Brandneu roch sie anfangs etwas, aber das besserte sich schnell und mit dem Gebläse herrschte im Caravan bald Wohlfühlklima. Zum Spielen am Tisch musste jeweils die Sitzgruppe umgebaut werden und dabei zeigte sich die etwas nervige Seite des Grundrisses. Der Umbau ist zwar einfach, der Tisch hat eine Hubsäule und die Polster passen recht gut, „aber das Aufziehen der Laken ist immer lästig.“ Allerdings muss der Testerin zugestanden werden, dass sie im siebten Monat schwanger war und daher die Agilität schon etwas eingeschränkt war. Deshalb kann die Beurteilung des französischen Bettes ihrerseits nur mit Abstrichen gelten, denn es war zu klein und zu hart. Ehemann Franco dagegen sah es entspannt: „Ich fand es recht bequem.“

Und wie lautet das Fazit der Tester und das der Redaktion? Das und vieles mehr lesen Sie im Wohntest Fendt Bianco Selection 465 SFB (erschienen in Camping, Cars & Caravans 12/2016) mit allen technischen Daten, Fotos zu Vor- und Nachteilen, einem Test-Fazit sowie einem Kommentar der Redaktion. Den Artikel können Sie hier kostenpflichtig downloaden.

  • Info: Fendt

  • Text: Raymond Eckl

  • Bild: Frank und Ines Marconi

2017-08-21T14:31:26+00:00 Caravans, Wohntest|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. H. Schinkel 5. Januar 2017 um 18:45 Uhr

    Das Bett ist tatsächlich, wie wir im nachhinein finden, ein Problem. Das eine Seite am Fußende einschnürt, ist bei großen Paaren schon ein Problem.

    Warum Fendt die Betten so gestaltet erschließt sich uns nicht. Da gäbe es doch einfache Möglichkeiten den Grundriss zu erhalten und dennoch ein vollwertiges Bett anzubieten.

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