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E-Scooter kaufen

Flinke Gefährten

E-Scooter sind praktische Begleiter beim Camping. Doch was ist mit ihnen erlaubt und was nicht? Und wie unterscheiden sich die Modelle?

Seit einigen Jahren sind sie aus dem Straßenbild vieler Städte nicht mehr wegzudenken: E-Scooter. Schnell und kompakt zusammengefaltet passen sie in jedes Auto, sind ideal für Pendler und Städtereisende und bringen ihren Nutzer dank E-Motor schnell und ohne körperliche Anstrengung ans Ziel. Und wer keinen eigenen besitzt, kann sich vielerorts einen E-Scooter einfach per App mieten, freischalten und damit losfahren.

Auch für Camper sind die E-Flitzer interessant. Entweder als Ersatz fürs (E-)Bike – wenn für große und schwere Räder kein Platz ist – oder als Ergänzung, um morgens schnell mal frische Brötchen zu holen, ohne dafür Bikes vom Fahrradträger abladen zu müssen.

Die Auswahl an E-Scooter-Marken und -Modellen ist mittlerweile scheinbar unendlich. Daher stellt Camping, Cars & Caravans am Ende dieses Artikels nur einige ausgewählte Modelle vor. Mit dem SoFlow S04, dem Denver Thor und dem IO Hawk Legend sind dies jeweils ein Modell aus dem niedrigen, mittleren und höheren Preissegment sowie mit dem Steereon C20 und dem Uebler Si.o S1.1 zwei Modelle, die sich als Hybrid zwischen E-Scooter und E-Bike verstehen.

Denver Thor SCO-85351

Mit 14 Kilogramm ist der Thor SCO-85351 von Denver ein Leichtgewicht, gleichzeitig ist er bis 120 Kilogramm belastbar. Dank Trommelbremse hinten ist der E-Scooter sehr wartungsarm, die 8,5-Zoll-Luftreifen garantieren komfortables Fahren. Der Thor zeichnet sich durch einen stabilen Aluminiumrahmen aus sowie durch seine Trittfläche aus Holz und Fiberglas, die zudem antirutschbeschichtet ist. Auf dem Display liest der Fahrer Geschwindigkeit und Ladestand ab, schaltet darüber zudem die Beleuchtung an und aus und wählt einen der drei möglichen Fahrmodi.

SoFlow SO4

Der SO4 Basic Elektroroller von SoFlow ist mit einem 7,8-Ah-Akku (Reichweite bis 25 Kilometer) sowie einem 400-Watt-Motor (36 Volt) ausgestattet, der kraftvoll auf bis zu 20 km/h beschleunigt. Die maximale Ladezeit beträgt drei Stunden, bei 16,5 Kilogramm Eigengewicht besitzt der SO4 eine Zuladung von 120 Kilogramm. Seine 8,5-Zoll-Luftreifen sorgen für angenehme Fahreigenschaften, die kostenlose SoFlow-App bietet nützliche Funktionen wie die Anzeige der zurückgelegten Distanz, Geschwindigkeitsmessung und noch verbleibende Reichweite. Auch eine Echtzeit-Positionierung kann sich der Nutzer anzeigen lassen. Der SoFlow SO4 misst zusammengeklappt 110,5 mal 20,5 mal 52,5 Zentimeter.

IO Hawk Legend

Das Legend entwickelte IO Hawk in Kooperation mit der Nobelmarke Kaabo. Neben schicken Blinkern ziert auch ein integriertes Rücklicht mit Bremslicht den E-Scooter, seine hohe Motorleistung von 500 Watt und eine Reichweite von bis zu 70 Kilometer liegen über Klassendurchschnitt. Die Luftreifen ermöglichen Fahrten über Asphalt, Waldwege, Gras, Sand und Kies, die Sicherheit ergänzen die starke Vorderleuchte sowie eine Hupe. Weitere Besonderheit: Eine Rekuperation lädt den Akku beim Bergabfahren und Bremsen. Eine Anzeige am Lenker informiert den Fahrer über den aktuellen Ladestand.

Preis: 1.449 und 1.649 Euro

Uebler Si.o S1.1

Sie haben keine Lust, auf ihrem E-Scooter zu stehen? Dann eignet sich vielleicht der Uebler Si.o S1.1 – ein kompakter, faltbarer E-Scooter mit Sattel statt einer schmalen Trittfläche. Mit Straßenzulassung und 250-Watt-Motor kommt er auf eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, der 36-Volt- und 8,7-Ah-Li-Ionen- Akku soll eine Reichweite von 20 bis 25 Kilometern ermöglichen. Mit Fußrasten, X-Federung und Rückspiegel ist der Si.o bequem zu fahren und in rund vier Stunden wieder vollgeladen.

Preis: 1.100 Euro

Steereon C20

Der C20 von Steereon ist ein Hybrid aus E-Scooter und E-Bike. Große Luftreifen, gepaart mit einem langen Radstand, schaffen ein komfortables, fahrradähnliches Fortbewegungsmittel. Dank des pfiffigen Faltmechanismus lässt sich der Steereon fix zusammenfalten – kompakt für den Kofferraum. Maximal 50 Kilometer reicht der herausnehmbare Akku. Ein 500-Watt-Motor soll das C20 bis zu 25 Prozent steile Steigungen hochschieben. Wer nicht nur auf zwei Fußrasten stehen will, bekommt den C25 samt Sattelstütze und Sattel. Dieser ist rechtlich einem Mofa gleichgesetzt.

Preis: ab 2.999 Euro

 

Mindestens genauso wichtig, wie ein passendes Modell zu finden, ist es jedoch, sich etwas mit der rechtlichen Lage rund um das Thema E-Scooter zu befassen. Sind die Tretroller mit Elektroantrieb EBikes gleichgestellt? Wo darf ich damit fahren – und wo nicht? Und benötige ich für meinen E-Scooter eine Versicherung? Diese und weitere Fragen beantworten wir im Folgenden.

Zusammenfassung

Wo darf ich mit einem E-Scooter fahren?
Grundsätzlich ist die Nutzung von E-Scootern auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen erlaubt. Fehlen diese, darf der Fahrer auf die Straße ausweichen. Verboten sind E-Scooter hingegen auf Gehwegen und in Fußgängerzonen. Ist eine Einbahnstraße für Radfahrer auch entgegen der Fahrtrichtung freigegeben, gilt dies auch für E-Scooter. Weitere Ausnahmen können durch das Zusatzzeichen „Elektrokleinstfahrzeuge frei“ erlaubt werden, denn als solche gelten E-Scooter offiziell.
Und wo darf ich meinen Roller abstellen?
E-Scooter dürfen am Straßenrand, auf Gehwegen und in Fußgängerzonen – vorausgesetzt diese sind für Elektrokleinstfahrzeuge freigegeben – parken. Sie müssen jedoch so abgestellt sein, dass sie Fußgänger und Rollstuhlfahrer nicht behindern oder gefährden.
Brauche ich für einen E-Scooter einen Führerschein?
Nein, ein Führerschein ist genauso wenig notwendig wie eine Mofa-Prüfbescheinigung. Allerdings gilt für das Fahren mit einem E-Scooter ein Mindestalter von 14 Jahren.
Muss ich einen Helm tragen?
Eine Helmpflicht gibt es für E-Scooter genauso wenig wie für E-Bikes. Einen Helm zu tragen, ist dennoch überaus empfehlenswert.
Gibt es eine Promillegrenze?
Die gibt es. Es gelten dieselben Regeln wie für Autofahrer. Heißt: Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingten Auffälligkeiten zeigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Diese wird mit einem Bußgeldbescheid – meist über 500 Euro, einem Monat Fahrverbot (nicht nur für den E-Scooter, sondern auch für das Auto) und zwei Punkten in Flensburg – bestraft. Ab einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille liegt sogar eine Straftat vor – ebenso ab 0,3 Promille, wenn zusätzlich Ausfallerscheinungen zu erkennen sind (Schlangenlinien, rote Ampel überfahren etc.). In diesen Fällen droht ein Strafverfahren, das erhebliche Konsequenzen nach sich zieht. Eine Geldstrafe in Höhe eines Nettomonatsgehaltes, drei Punkte in Flensburg und ein Entzug der Fahrerlaubnis (in der Regel
Wir sind zu zweit im Wohnwagen unterwegs, haben aber nur einen E-Scooter. Dürfen wir zusammen darauf fahren?
Auch wenn man dies immer wieder sieht:Elektroroller sind ausschließlich für einePerson zugelassen und dürfen auch nur alleine gefahren werden.
Benötige ich für meinen E-Scooter eine eigene Versicherung?
Zwingend vorgeschrieben ist eine Haftpflichtversicherung. Diese weisen Sie mit einer aufgeklebten Versicherungsplakette am Roller nach. Sie haften für Schäden, die Sie Dritten durch den E-Scooter zufügen. Haftpflichtversicherungen für E-Scooter gibt es ab rund 20 Euro pro Jahr. Zusätzlich können Sie freiwillig eine Teilkaskoversicherung abschließen.
Welche Ampel gilt für E-Scooter?
Gibt es eine Fahrradampel, dann gilt diese.Andernfalls ist die Ampel für den fließenden Verkehr zu beachten.
Wie muss ein E-Scooter ausgerüstet sein, um eine Straßenzulassung zu erhalten?
Neben Bremsen, das sollte selbstverständlich sein, ist auch eine funktionierende Beleuchtungsanlage vorne und hinten vorgeschrieben.
Redaktion
Maren Schultz
Maren Schultz ist seit August 2014 bei Camping, Cars & Caravans und für die Themen Praxis & Zubehör zuständig.
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