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100 Tipps & Tricks zu Pflege und Betrieb eines Wohnwagens

Das kleine 10 x 10 der Wohnwagenpflege

Es gibt viele Tipps und Tricks rund um die Pflege und den Betrieb eines Wohnwagens. Camping, Cars & Caravans hat die 100 wichtigsten Hinweise zur Wohnwagenpflege – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – zusammengetragen.

Viele kleinere Reparaturarbeiten am Wohnwagen können Caravaner selbst erledigen. Es gibt aber auch Tätigkeiten, die ein Fachbetrieb übernehmen muss. Dazu zählen zum Beispiel die Gasprüfung, Änderungen an der Gasanlage oder auch Wartungs- und Reparaturarbeiten an der Radbremse. Die folgende Auflistung enthält wichtige Tätigkeiten der Wohnwagenpflege und -Wartung, die jeder mit etwas handwerklichem Geschick selbst erledigen kann.

Chassis

  1. Um die Bildung von Weißrost zu vermeiden bzw. um entstandenen Weißrost zu entfernen, die feuerverzinkten Oberflächen mit klarem Wasser abspülen.

  2. Wenn feuerverzinkte Teile von Weißrost befallen sind, die Stellen mit einem Zinkreiniger reinigen.

  3. Mechanische Elemente der Verriegelung an der Anhängerkupplung, egal ob Winterhoff, AKS oder Standard, reinigen und schmieren.

  4. Die Reibbeläge der mechanischen Stabilisierungseinrichtungen dürfen nicht mit Fett oder Farbabrieb der Anhängevorrichtung verschmutzt sein – also reinigen.

  5. Auch die Auflaufeinrichtung samt Stoßdämpfer sowie die Handbremse inklusive Gasfeder müssen frei von Beschädigungen sein.

  6. Auflaufeinrichtung abschmieren. Stützrad prüfen, gegebenenfalls leichtgängig machen.

  7. Die Umlenkungen des Bremssystems müssen freigängig und geschmiert sein. Wichtig ist hier auch, dass die Umlenkwippe frei von Korrosion ist.

  8. Das Bremsgestänge darf nicht durchhängen. Sollte dies der Fall sein, ist der Anhänger fällig für den Service.

  9. Die Bremsseile und Bowdenzüge müssen frei von Beschädigungen, Rissen und Korrosion sein sowie freigängig laufen.

  10. Bei allen vier Kurbelstützen regelmäßig die Spindel reinigen und einfetten.

Aufbau

  1. Unterbodenschutz kontrollieren und erneuern. Regelmäßig mit Lasur, Wachs oder Unterbodenschutz den Caravanboden schützen.

  2. Beschädigungen am Unterboden sofort ausbessern.

  3. Flächen, die mit Unterbodenschutz bestrichen sind, nicht mit Sprühöl behandeln.

  4. Fenster- und Türdichtungen mit säurefreiem Silikonspray, Glycerin oder Talkum behandeln.

  5. Oberflächen aus GFK nur mit Gelcoat-Reiniger reinigen und bei Bedarf mit einem speziellen Poliermittel nachbehandeln. Damit wird eine Vergilbung der GFK-Anbauteile vermieden und die Versiegelung der Oberfläche bleibt erhalten.

  6. Schließzylinder an Türen und Stauraumklappen mit Grafitstaub behandeln.

  7. Acrylglas-Fensterscheiben niemals trocken abreiben, da Staubkörner die Oberfläche beschädigen. Nur mit reichlich warmem Wasser, etwas Geschirrspülmittel und einem weichen Tuch säubern.

  8. Keinesfalls Reiniger für Glas oder Karosserie mit chemischen, scheuernden oder alkoholhaltigen Zusätzen auf diesen Fenstern verwenden. Eine vorzeitige Versprödung der Scheiben und anschließende Rissbildungen wären die Folgen.

  9. Scharniere an Tür und Klappen mit säure- und harzfreiem Fett schmieren.

  10. Fensteraufsteller prüfen und mit Silikonspray behandeln.

Innen

  1. Möbelflächen und -griffe, Leuchten sowie sämtliche Kunststoffteile im Toiletten- und Wohnbereich mit Wasser und einem Woll-Lappen reinigen. Dem Wasser kann ein sanfter Reiniger zugegeben werden.

  2. Oberflächen aus Holz mit Möbelpolitur pflegen.

  3. Polsterstoffe mit Polstertrockenschaum oder mit dem Schaum eines milden Waschmittels reinigen.

  4. Polsterstoffe nicht waschen, nur reinigen lassen.

  5. Polster vor Sonneneinstrahlung schützen, damit sie nicht ausbleichen.

  6. Bezüge aus Kunstleder mindestens einmal die Woche mit einem saugfähigen Tuch oder Schwamm und mit einer Mischung aus Wasser und neutralem Seifenschaum säubern. Mit klarem Wasser nachwischen, dabei nicht zu viel Wasser verwenden.

  7. Gardinen und Stores in eine chemische Reinigung geben.

  8. Teppichboden bei Bedarf mit Teppichschaum reinigen und absaugen.

  9. Verdunklungsrollos mit einer weichen Bürste abbürsten oder mit dem Bürstenaufsatz des Staubsaugers absaugen.

  10. Fett oder hartnäckigen Schmutz am Rollo mit einer 30 °C warmen Seifenlauge (Kernseife) entfernen.

Heizung

  1. Staub vom Wärmetauscher, der Bodenplatte und am Lüfterrad der Warmluftanlage entfernen.

  2. Das Lüfterrad vorsichtig mit einem Pinsel oder einer kleinen Bürste reinigen.

  3. Ein Boiler muss regelmäßig (mindestens zweimal jährlich) entkalkt werden.

  4. Für die Reinigung, Entkeimung und Pflege empfehlen sich geeignete, handelsübliche Produkte – chlorhaltige Produkte sind ungeeignet.

  5. Bei Combi-Heizungen kann die chemische Methode zur Bekämpfung von Mikroorganismen im Gerät zusätzlich unterstützt werden, wenn das Wasser im Boiler regelmäßig auf 70 °C erhitzt wird.

  6. Das Sicherheits-/Ablassventil (FrostControl) muss regelmäßig (mindestens zweimal jährlich) betrieben werden, um Kalkablagerungen zu entfernen und um sicher zu sein, dass es nicht blockiert ist.

  7. Den Stand der Heizungsflüssigkeit bei Warmwasserheizungen alle sechs Monate am Ausgleichsbehälter prüfen.

  8. Das Glykolgemisch der Warmwasserheizung sollte alle zwei Jahre ausgetauscht werden, da sich Eigenschaften, wie z. B. der Korrosionsschutz verschlechtern.

  9. Warmluftrohre auf Knickstellen prüfen.

  10. Sollte ein Wandkamin unter einem Fenster platziert sein, den Sicherheitsschalter am Fenster auf Funktion prüfen.

Küche

  1. Pushlocks und Schnäpper auf sichere Verriegelung prüfen.

  2. Auszüge auf sauberen Lauf prüfen.

  3. Rückraum des Kühlschranks regelmäßig aussaugen und säubern. Auch die Lüftungsgitter sauber halten.

  4. Temperatursensor-Stecker oberhalb der Lamelle im Innern des Kühlschranks überprüfen, ob er richtig eingesteckt ist.

  5. Dichtgummi der Kühlschranktür einmal jährlich mit etwas Talkum geschmeidig halten und auf Risse in der Dehnfalte prüfen.

  6. Der Filter einer Dunstabzugshaube muss gelegentlich gereinigt werden, da sich dort Fett ansammelt. Zur Reinigung Warmwasser mit ein wenig Spülmittel verwenden.

  7. Perlator am Wasserhahn und Duschkopf in Essigwasser entkalken, aber nur wenn sie aus Metall sind.

  8. Zündsicherungsfühler an allen Geräten prüfen – spätestens nach 60 Sekunden muss die Gaszufuhr stoppen, wenn die Flamme erloschen ist.

  9. Gaskocher nur feucht reinigen. Es darf kein Wasser in die Öffnungen am Gaskocher eindringen.

  10. Die Spüle mit haushaltsüblichen Mitteln oder speziellem Edelstahlpflegemittel reinigen.

Nasszelle/Dusche/Toilette

  1. Kunststoffteile im Toiletten- und Wohnraumbereich nicht mit Lösungsmitteln oder alkoholhaltigen Reinigungsmitteln sowie sandhaltigen Scheuermitteln bearbeiten.

  2. Zum Reinigen der Toilette und der Wasseranlage sowie beim Entkalken der Wasseranlage keine Essigessenz verwenden – sie kann Dichtungen oder Teile der Anlage beschädigen.

  3. Abdichtung der Nassbereiche an Waschbecken und Dusche prüfen.

  4. Keine ätzenden Mittel oder kochendes Wasser in die Abflussöffnung geben. Sie beschädigen Abflussrohre und Siphons.

  5. Die Dichtungen mit Silikonspray einsprühen.

  6. Nach jeder Entleerung der Kassettentoilette sollte der Schwimmkörper entfernt und separat gespült werden.

  7. Um Wasserschäden zu vermeiden, sollte der Fäkalientank während der Fahrt nie mehr als ¾ gefüllt sein.

  8. Wenn der Mechanismus der Füllstandsanzeige klemmt, muss er aus dem Tank entfernt und gereinigt werden.

  9. Wenn der Ablauf der Duschtasse verstopft ist, hilft eine Saugglocke oder Reinigungspumpe aus dem Baumarkt.

  10. Keine Wanneneinleger oder Teppichböden in die Duschtasse legen, die für ABS-Kunststoff ungeeignet sind. Die Inhaltsstoffe des Teppichrückens können eine Materialversprödung bewirken und zur Rissbildung führen.

Licht/Elektrik

  1. Das CEE-Kabel vollständig von der Kabeltrommel abwickeln, Kabel und gegebenenfalls Schuko-CEE-Adapter auf Schäden prüfen.

  2. Im und am Wagen Kabel, Leitungen, Stecker und Verbindungen auf Beschädigungen prüfen.

  3. FI-Schalter per Taster auf korrekte Funktion prüfen.

  4. Rauchmelder auf Funktion prüfen.

  5. Alle Leuchten auf Funktion prüfen.

  6. Wenn im Caravan Verbraucher mit mehr als 2 kW Leistung betrieben werden, muss das einspeisende Stromnetz mit mindestens 16 Ampere abgesichert sein.

  7. Die Sicherungen des Schaltnetzteils sowie der Schaltbox dürfen keinesfalls durch Sicherungen mit falschem Sockel oder mit höherer Amperezahl ersetzt werden.

  8. Bei Verwendung einer CEE-Winkelkupplung mit rückseitig eingebauter Steckdose nur einen gummierten und versiegelten IP44-Stecker mit Schutzkontakt verwenden.

  9. Zerstörung durch Tiefentladung der Batterie droht, wenn Verbraucher sie durch den Ruhestrom permanent entladen.

  10. Die Schraubverbindungen der Sicherungsautomaten sowie der feste Sitz der Anschlusskabel sind jährlich von einem Fachmann zu überprüfen und ggf. nachzuziehen.

Wasserversorgung

  1. Funktion und Dichtheit der Wasserarmaturen prüfen.

  2. Anlauf und Funktion der Pumpe bei Öffnen eines Wasserhahns prüfen.

  3. Den Frischwassertank regelmäßig mit sauberem Wasser durchspülen.

  4. Dichtflächen im Tank reinigen und mit Vaseline einschmieren. Rohr wieder mit leichter Drehung einstecken, um die Dichtung zu schonen.

  5. Wasseranlage mit einem Gemisch aus Wasser und Desinfektionsmittel regelmäßig reinigen.

  6. Abwassertank reinigen und Ablauf auf Funktion und Dichtigkeit prüfen.

  7. Abläufe beider Tanks auf Funktion und Dichtheit prüfen.

  8. Ablaufrohre unter dem Wagen auf Dichtheit und korrekte Lage prüfen. Ohne durchgehendes Gefälle droht Verstopfung

  9. Citywasseranschluss – falls vorhanden – prüfen.

  10. Anzeigen der Tankfüllstände prüfen.

Gasversorgung

  1. Regelmäßig den Hochdruckschlauch und die Anschlüsse an den Gasflaschen auf Dichtheit prüfen. Der Hochdruckschlauch darf keine Risse aufweisen und nicht porös sein.

  2. Den Hochdruckschlauch spätestens zehn Jahre nach dem Herstellungsdatum auswechseln.

  3. Das Abgasrohr muss an der Heizung und am Kamin dicht und fest angeschlossen sein.

  4. Das Abgasrohr darf keine Beschädigungen aufweisen.

  5. Die Belüftungsöffnungen im Boden unter den Gasflaschen dürfen nicht blockiert sein.

  6. Zum An- und Abschrauben der Hochdruckschläuche die Schraubhilfe verwenden, sonst drohen Beschädigungen durch falsches Werkzeug.

  7. Die Hochdruckschläuche so anschließen, dass sie nicht durch die Bugklappenmechanik gequetscht bzw. beschädigt werden können.

  8. Sind Gasfilter installiert, diese prüfen und bei Bedarf reinigen bzw. tauschen.

  9. Funktion einer gegebenenfalls installierten Gasaußensteckdose prüfen.

  10. Zündsicherungen an allen Gasgeräten prüfen – nach 60 Sekunden muss die Gaszufuhr stoppen, wenn die Flamme erlischt.

Sonstige Technik

  1. Die Klimaanlage niemals ohne Flusenfilter betreiben, sonst wird der Verdampfer verschmutzt und dadurch die Leistung der Klimaanlage beeinträchtigt.

  2. TV-Antenne auf Funktion und Beweglichkeit prüfen.

  3. Reifen regelmäßig auf gleichmäßige Profilabnutzung, Profiltiefe und äußere Beschädigung prüfen.

  4. Beim Bettumbau die Polster nicht direkt auf die Tischoberfläche legen. Es besteht die Gefahr des Verkratzens und der Stockfleckenbildung durch Schwitzwasser.

  5. Eine Dachreling ist meist ein rein optisches Ausstattungsmerkmal und als Lastenträger nicht geeignet.

  6. Sicheren Sitz und Funktion von Radträgern prüfen.

  7. Rangierhilfen sollten nach dem Winter gründlich von Streusalz und Schmutz gereinigt werden, dazu mit Wasser abspülen.

  8. Einen Reset des Rangierantriebs immer mit angezogener Handbremse durchführen, dann Batterie kurzzeitig abklemmen und wieder anschalten..

  9. Eine im Stützrad verbaute Waage ist oft etwas ungenau, aber ein Anhaltspunkt. Sie kann durch Nachwiegen aber kalibriert werden.

  10. Aufkleber und Außendekore nicht direkt mit dem Hochdruckreiniger besprühen. Sie könnten reißen oder sich lösen.

Infobox

Weitere Hinweise zur Vorbereitung des Wohnwagens für die erste Reise und zur Caravanpflege gibt es hier.

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